Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1002/73207.html    Veröffentlicht: 17.02.2010 17:48    Kurz-URL: https://glm.io/73207

Saarländer erforschen sich selbst reparierende Software

Neues Verfahren findet und beseitigt Fehler automatisch

Auf der Cebit 2010 wollen Wissenschaftler der Universität des Saarlandes ihr System "Pachika" vorstellen. Das Konzept kann nach einem Absturz eines Programms durch einen Bug feststellen, wo der Fehler sitzt - und ihn auch gleich beseitigen.

Am Lehrstuhl für Softwaretechnik in Saarbrücken entsteht derzeit das System Pachika. Der Name erinnert zwar an "Patch", ist aber ein Wort in Suaheli, das laut der Wissenschaftler so viel wie "einsetzen und reparieren" bedeutet. Pachika soll Programme zur Laufzeit überwachen und Abstürze feststellen.

Läuft das System wieder, soll Pachika den Fehler erkennen und reparieren. Die Software patcht sich also selbst. Realisiert wird das über eine Bibliothek, die in das Programm eingeklinkt wird und dessen Aktionen überwacht. Dabei werden die Abläufe protokolliert und verglichen.

In Laborversuchen wollen die Saarländer in einem von sechs Fällen damit erfolgreich gewesen sein, die Trefferquote liegt also bei etwa 17 Prozent. Untersucht wurden dafür laut einer Mitteilung der Universität Java-Programme mit Millionen von Zeilen.

Auch wenn die Erkennungsrate auf den ersten Blick noch niedrig erscheint, freut sich der Leiter des Projekts, Professor Andreas Zeller: "Bei Tausenden von Softwarefehlern, die täglich den Programmierern das Leben schwer machen, stimmen uns diese Zahlen sehr optimistisch".

Zeller beschäftigt sich schon seit Jahren mit der Erkennung von Softwarefehlern. Von ihm stammt auch das erstmals 2005 erschienene Buch "Why programs fail", das sich mit Debugging beschäftigt. Sein Team hat außerdem einige Plugins für die Entwicklungsumgebung Eclipse erstellt. Das neue Projekt Pachika will die Universität des Saarlandes auf der Cebit 2010 ausführlich zeigen.  (nie)


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