Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1002/73137.html    Veröffentlicht: 15.02.2010 16:40    Kurz-URL: https://glm.io/73137

Windows Mobile 7 bekommt Zune-Bedienung und Xbox Live

Microsofts Smartphone-Betriebssystem heißt nun Windows Phone 7

Microsoft hat Windows Mobile 7 vorgestellt, das eine Bedienoberfläche wie vom Mediaplayer Zune erhalten hat. Künftige Mobiltelefone auf Basis von Windows Mobile 7 erhalten drei spezielle Knöpfe und Microsoft hat sein mobiles Betriebssystem ein weiteres Mal umbenannt. Nun heißt das Betriebssystem Windows Phone 7.

Die Bedienoberfläche von Windows Phone 7 wurde komplett überarbeitet und erinnert zum Teil an die Bedienung von Microsofts Zune-Player. Dabei unterstützt Windows Phone 7 eine Multitouch-Bedienung, wobei sich Microsoft an dem orientiert, was Windows 7 in Sachen Multitouch vormacht.

Der Startbildschirm ist in verschiedene Bereiche gegliedert, damit der Nutzer möglichst alle wichtigen Informationen sofort im Blick hat. Dazu gehören der Zugriff auf den Kalender, Kurzmitteilungen, E-Mails, Facebook-Daten und Weiteres. In Programmen sind Menüfunktionen künftig am unteren Bildschirmrand untergebracht. Häufig benötigte Befehle stehen direkt bereit, weitere Optionen gibt es auf Knopfdruck.

Künftige Mobiltelefone auf Basis von Windows Phone 7 besitzen drei Standardknöpfe unterhalb des Displays. Das Konzept erinnert dabei an den Weg, den viele Android-Smartphones einschlagen, die ebenfalls mit einigen Standardknöpfen versehen sind. Bei Windows Phone 7 dienen die Knöpfe zum Aufruf des Startbildschirms, der Suche und einem Zurückbefehl. Der Suchknopf führt dann standardmäßig zu Microsofts Bing-Suche.

Die mobile Version des Internet Explorer wurde laut Microsoft umfangreich überarbeitet und soll nun besser für das mobile Surfen geeignet sein. Mittels Doppeltipp lässt sich der Ausschnitt einer Webseite vergrößern oder verkleinern. Ansonsten sind Zoomfunktionen mittels Knöpfen möglich.

Auch der E-Mail-Client mit Anbindung mit Microsofts Exchange wurde überarbeitet und orientiert sich nach Herstellerangaben stärker an der Bedienung auf einem Desktopsystem. Ein sogenannter People-Hub sammelt Facebook-Daten, E-Mails, Anrufe und Kurzmitteilungen jeweils zu der entsprechenden Person, damit die verschiedenen Kommunikationswege leicht erreichbar sind. Ähnliche Ansätze nutzen viele Smartphone-Hersteller seit langem.

Im Pictures Hub werden alle Fotos auch aus sozialen Netzwerken gesammelt. Damit kann sich der Nutzer die zuletzt von anderen Nutzern online gestellten Fotos ansehen. Wie auch bisher gehört eine mobile Office-Software zum Lieferumfang von Windows Phone 7. Alle Musik- und Videofunktionen wurden aus Microsofts Zune-Player übernommen, was vor allem die Bedienung betrifft. Der Datenaustausch zwischen Desktop-PC und Mobiltelefon erfolgt künftig über Microsofts Zune-Software.

Ein weiterer Hub in der Welt von Windows Phone 7 dreht sich um Spiele, wozu ein Zugang zu Xbox Live direkt in das System integriert wird. Das Angebot soll Spiele mit Xbox-Live-Unterstützung, weltweite Ranglisten, die Darstellung von Spieler-Avataren und -Profilen sowie den Zugriff auf Freundeslisten und andere Communityfunktionen enthalten.

Erste Geräte mit Windows Phone 7 werden im zweiten Halbjahr 2010 erwartet. Die Hersteller Dell, Garmin-Asus, HTC, HP, LG, Samsung, Sony Ericsson und Toshiba wollen dann entsprechende Geräte auf den Markt bringen.

Nachdem Microsoft mit Windows Mobile 6.5 einen missglückten Neuanfang hingelegt hatte, sieht es mit Windows Phone 7 deutlich besser aus. Die in die Jahre gekommene Bedienung von Windows Mobile hat Microsoft hinter sich gelassen und setzt auf ein neues Bedienkonzept. Bleibt die Frage, ob sich die neue Bedienung systemweit wiederfindet oder diese nur in ausgewählten Applikationen integriert wurde. Ebenfalls stellt sich die Frage, inwiefern Windows Phone 7 abwärtskompatibel ist und sich bisherige Windows-Mobile-Applikationen auf dem neuen System nutzen lassen.  (ip)


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