Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1002/73026.html    Veröffentlicht: 10.02.2010 20:42    Kurz-URL: https://glm.io/73026

Der Lieferwagen wird elektrisch

Zwei elektrische Lieferwagen und und eine Elektroauto-Kooperation

Ford und Daimler haben jeweils einen Kleinlaster mit Elektromotor vorgestellt. Beide beruhen auf bereits bestehenden Modellen, dem Mercedes Vito und dem Ford Transit, und sind für den Lieferverkehr in der Stadt ausgelegt. Sie sollen im Laufe des Jahres auf den Markt kommen.

Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) 2009 hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche Elektromobilität als wichtigen Aspekt der Unternehmensstrategie bezeichnet und gleich eine Reihe von Hybrid- und Elektroautos vorgestellt. Auf dem Treffen des Rats für Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union im spanischen San Sebastián hat der deutsche Automobilhersteller nun einen Lieferwagen mit Elektromotor präsentiert.

Daimler elektrifiziert den Vito...

Der Lieferwagen basiert auf dem Vito, der mit einem Elektroantrieb ausgestattet wurde. Das Fahrzeug soll in erster Linie für den innerstädtischen Lieferverkehr eingesetzt werden. Entsprechend ist es auch ausgelegt: So ist die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h begrenzt. Eine Ladung der Lithium-Ionen-Akkus ermöglicht eine Reichweite von rund 130 km. Der Motor hat eine Leistung von bis zu 90 kW.

Gefertigt wird der Vito im Baskenland, in Vitoria. In diesem Jahr will Daimler über 100 der Elektrofahrzeuge ausliefern.

... und Ford den Transit...

Einen Konkurrenten für den E-Vito stellt Ford auf der gerade stattfindenden Chicago Auto Show vor. Wie der Daimler-Lieferwagen basiert auch der Ford auf einem herkömmlichen Modell, dem Transit Connect. Der wurde mit einem Antriebsstrang vom Elektroautohersteller Azure Dynamics versehen und einem Akku vom Johnson Controls.

Wie der Vito soll auch der Transit Connect Electric als Lieferwagen in der Stadt eingesetzt werden. Die Reichweite beträgt ebenfalls um die 130 km. Allerdings ist der Ford mit 120 km/h etwas schneller als der Mercedes.

Ford will den Transit ab der zweiten Jahreshälfte in Serie produzieren. Für die kommenden Jahre hat der US-Autohersteller weitere Fahrzeuge mit alternativem Antrieb angekündigt: 2011 soll der Pkw Focus Electric erhältlich sein. Für 2012 sind zwei Fahrzeuge mit Hybridantrieb geplant.

... und Renault-Nissan Neuengland

Unterdessen hat Renault-Nissan eine Zusammenarbeit mit dem US-Bundesstaat Massachusetts vereinbart. Die Partner wollen gemeinsam die Einführung von Elektroautos fördern. Dazu gehört beispielsweise die Entwicklung einer Infrastruktur mit Ladestationen für Elektroautos in dem Neuenglandstaat.

Die Vereinbarung wurde im Zuge einer Präsentation für den Nissan Leaf in Boston bekanntgegeben. Das Fahrzeug soll Ende des Jahres in Japan, den USA und Europa auf den Markt kommen. Vergleichbare Kooperationen existieren mit weiteren Bundesstaaten und Städten in den USA.

Die französisch-japanische Autoallianz ist sehr aktiv im Bereich Elektromobilität. Sie wird unter anderem die Fahrzeuge für die Projekte des US-Elektroautounternehmens Better Place liefern. Auf der IAA hatte Renault zudem verkündet, Elektroautos für das Pilotprojekt E-Mobility Berlin des Energieversorgers RWE bereitzustellen.  (wp)


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