Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1002/72883.html    Veröffentlicht: 04.02.2010 12:09    Kurz-URL: https://glm.io/72883

Google plant ein Bündnis mit dem US-Geheimdienst NSA

Internetkonzern will künftig Angriffe auf seine Systeme besser abwehren

Nach den Angriffen auf seine Infrastruktur in China hat Google offenbar den US-Geheimdienst NSA zur Hilfe gerufen. Der Internetkonzern plant eine weitgehende Zusammenarbeit mit den Abhörspezialisten, will aber keine Nutzerdaten preisgeben.

Nach den Angriffen auf Google-Mail-Konten von Menschenrechtlern in China will der Internetkonzern nun mit dem Geheimdienst NSA (National Security Agency) zusammenarbeiten. Das berichtet die Washington Post unter Berufung auf IT-Sicherheitskreise. Google will sich damit künftig besser gegen Angriffe auf seine Systeme schützen.

Die Vereinbarung sei jedoch noch nicht fertig gestellt oder von beiden Seiten unterzeichnet. Ein Vertragsabschluss könne sich noch über Wochen hinziehen, heißt es.

Mitte Dezember 2009 hatte Google aufwendige und sehr zielgerichtete Angriffe auf seine Infrastruktur festgestellt, die ihren Ursprung in China hatten. Ziel der Angriffe sei es gewesen, Zugriff auf die Google-Mail-Konten chinesischer Menschenrechtsaktivisten zu erhalten und den Code für Google Suchtechnologie zu stehlen. Später wurde berichtet, Google prüfe, ob Beschäftigte in seinen Büros in China den Angreifern geholfen hätten. Chinesische Medien berichteten, einigen Google-Mitarbeitern sei nach den Vorgängen vom 13. Januar 2010 der Zugang zum Unternehmensnetzwerk verwehrt worden. Andere seien beurlaubt oder in andere Büros versetzt worden.

Weitere Geheimdienste beteiligt

Google und die NSA haben gegenüber der Washington Post einen Kommentar zu der geplanten Zusammenarbeit abgelehnt. Laut Washington Post soll es darum gehen, dem Geheimdienst, interne Systemdaten zur Verfügung zu stellen. Google wolle der NSA aber keine Nutzerdaten übergeben. Primär soll die NSA helfen, die Infrastruktur Googles besser gegen Angriffe zu schützen. Die NSA habe dafür auch Hilfe des FBI und des Heimatschutzministeriums angefordert.  (asa)


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