Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1002/72834.html    Veröffentlicht: 02.02.2010 18:01    Kurz-URL: https://glm.io/72834

Analyst: Apple hat 90 Prozent Anteil bei Premium-PCs

Rechner über 1.000 US-Dollar kommen meistens von Apple

Für Aufsehen in der PC-Branche sorgte kürzlich ein Bericht des Wall Street Journals, dem zufolge Windows 7 zwar den Verkauf von PCs angekurbelt, nicht aber den Herstellern höhere Umsätze beschert hat. Während der durchschnittliche Verkaufspreis sank, konnte Apple bei den teuren Rechnern kräftig zulegen.

Das Wall Street Journal bezog sich in seinem Artikel auf Zahlen der Marktforscher von NPD Intellect, die den kürzlich vorgestellten Daten von Gartner entsprechen. Betanews hakte daraufhin noch einmal nach und konnte einen Einblick in die Zahlen nehmen - veröffentlicht sind die exakten Angaben jedoch nicht, ebenso gibt es keinen offiziellen Marktbericht von NPD Intellect. Darauf weist Jow Wilcox von Betanews in seiner Meldung ausdrücklich hin.

Den wenigen konkreten Angaben zufolge hat sich in den USA der durchschnittliche Preis (ASP) eines Windows PCs von 589 US-Dollar im Jahr 2008 auf 475 US-Dollar 2009 reduziert. Diese Angaben beziehen sich auf von Einzelhändlern und Versendern verkaufte Rechner, also im wesentlichen auf das Geschäft mit Privatkunden. Eine Unterscheidung zwischen Desktops und Notebooks macht NPD dabei in den gegenüber Betanews genannten Zahlen nicht.

Der Trend zu immer billigeren PCs wie beispielsweise Netbooks führt dazu, dass die Anbieter im sogenannten Premium-Segment von PCs über 1.000 US-Dollar immer enger zusammenrücken. NPD zufolge hat Apple dort nun einen Anteil von 90 Prozent, was auch der ASP von Macs belegt. Er soll 2009 bei 1.361 US-Dollar gelegen haben und ist prozentual mit 1.499 US-Dollar im Jahr 2008 wesentlich weniger gefallen als bei den Windows PCs.

Wie hoch der Anteil von Apple-Rechnern und Windows PCs über 1.000 US-Dollar am gesamten Markt ist, geht jedoch aus den Angaben von NPD nicht hervor. Da der ASP der Macs aber so hoch ist und Apple laut eigenen Angaben in seinem letzten Quartal 33 Prozent mehr Rechner verkauft hat als im Vorjahresquartal, ist von einem Schrumpfen des Premium-Segments nicht auszugehen.

NPD-Analyst Stephen Baker macht für Apple jedoch auch eine Gefahr dieser Stärke bei den teuren PCs aus. Das größte Wachstum nach Stückzahlen habe es bei den Rechnern unter 500 US-Dollar gegeben, und da habe Apple nichts zu bieten. Spannend bleibt, wie die Marktforscher demnächst das iPad einordnen, das unter 500 US-Dollar zu haben ist, aber weder mit Mac OS X noch Windows, sondern dem iPhone OS läuft.  (nie)


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