Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1001/72712.html    Veröffentlicht: 28.01.2010 10:19    Kurz-URL: https://glm.io/72712

Oracle: Mehr Geld für Sparc, Solaris, Java und MySQL

Oracle skizziert Zukunft für Suns Produkte nach der Übernahme

Oracle hat die Übernahme von Sun Microsystems abgeschlossen und einen Ausblick auf die Zukunft von Suns Produkten gegeben. Die Investitionen in Sparc, Solaris, Java und MySQL sollen erhöht werden.

Sparc, Solaris, Java und MySQL werden fortgeführt, kündigte Oracle an. In einigen Bereichen will Oracle die Investitionen stark ausbauen, explizit gilt das für die Sparc-Prozessoren, Solaris und MySQL. Auch in Java will Oracle verstärkt investieren: Oracle sieht sich hier in einer führenden Position, ganz unabhängig von der Übernahme von Java-Schöpfer Sun. Schon zuvor habe Oracle weltweit das meiste Geld in die Java-Plattform investiert, setzen doch Oracles Middlewareprodukte auf Java auf. Auch will Oracle die Java-Community stärker bei der Weiterentwicklung von Java einbinden.

Oracle will Glassfish, MySQL und Openoffice weiterführen

Auch der freie Java-EE-Server Glassfish soll als Open-Source-Referenzimplementierung der Java Enterprise Edition weitergeführt werden. Darüber hinaus plant Oracle, einige Infrastrukturkomponenten aus dem Oracle Weblogic Server in den Glassfish Enterprise Server zu integrieren.

MySQL soll nach aktuellem Stand als Open Source weiterentwickelt werden, wobei Oracle auch hier mehr Geld investieren will als zuvor Sun. MySQL soll dabei Oracles Portfolio an Datenbankprodukten ergänzen, das mit Berkeley DB und InnoDB bereits zwei Open-Source-Produkte umfasst.

Openoffice.org soll sowohl als Open Source als auch als kommerzielles Produkt weitergeführt werden. Wie zuvor Sun will auch Oracle Support rund um das Office-Paket anbieten.

Darüber hinaus will Oracle im Bereich Forschung und Entwicklung stärker investieren und kombinierte Lösungen aus Hardware und Software schaffen, die Vorteile gegenüber Lösungen aus Bausteinen unterschiedlicher Hersteller bieten sollen. Aber auch einzelne Hardwarekomponenten will Oracle weiter anbieten und so Suns Hardwaregeschäft fortführen.

In die Weiterentwicklung von Solaris will Oracle mehr Geld stecken, als Sun dies bisher getan hat. Das Betriebssystem soll zum schnellsten, skalierbarsten, verlässlichsten und sichersten Betriebssystem ausgebaut werden. Zugleich hält Oracle an seinem Linux-Engagement und den Virtualisierungslösungen VDI, Secure Global Desktop, Sun Ray und Virtualbox fest.

Auch für die Entwicklung von Sparc-Prozessoren will Oracle die Investitionen verstärken, hält auch am Geschäft mit x86-Servern fest, spricht hier aber nicht von einem verstärkten Engagement. Anders sieht es im Bereich Storage aus, der für Oracle besonders wichtig ist. Das schließt auch den Bereich mit Storagetek-Bandspeichersystemen ein.

Die Entwicklungsumgebung Netbeans will Oracle ebenfalls weiter pflegen. Sie soll eine weitere Alternative neben Oracles JDeveloper und dem Oracle Enterprise Pack für Eclipse darstellen. JDeveloper spielt dabei aber für Oracle die Hauptrolle.

Suns Identity-Management- und SOA-Produkte will Oracle in seine Middlewarestrategie Fusion Middleware integrieren.  (ji)


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