Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1001/72593.html    Veröffentlicht: 22.01.2010 12:38    Kurz-URL: https://glm.io/72593

IBM plant Backup-Tapes mit 35 Terabyte

Prototyp mit 29,5 MBit pro Quadratzoll

In den Labors von IBM hat das Unternehmen zusammen mit Fuji den Grundstein für eine neue Generation von Bandlaufwerken gelegt. Die Prototypen speichern unkomprimiert die 20fache Menge der Daten der derzeit größten LTO-Laufwerke.

Nach Angaben von IBM sind auf den neuen Bändern Datendichten von 29,5 MBit pro Quadratzoll möglich. Zusammen mit einem dünneren Band und mehr Spuren sollen so in einer LTO-Cartridge bis zu 35 Terabyte Platz finden. Diese Berechnungen beziehen sich auf die unkomprimierten Daten, nicht die bei Tapes oft angegebenen Kapazitäten mit Kompression.

Die Länge des Bandes soll etwa 12 Prozent über der von aktuellen LTO-Cartridges liegen, was den Kapazitätssprung alleine noch nicht möglich gemacht hätte. Kern dafür ist eine neue Steuerung der Schreib-/Leseköpfe, die 25-mal mehr Spuren als bisher erreichen soll. Dafür gibt es neue Servoinformationen auf dem Band.

Die höhere Datendichte auf dem Medium selbst basiert auf einer Ferritverbindung mit Barium. Damit lässt sich nun das auch bei Festplatten schon seit Jahren übliche Perpendicular Recording nutzen, bei dem die Magnetpartikel senkrecht zum Medium stehen, was viel Platz einspart.

Kapazitätssprung bei Bandlaufwerken

Trotz dünnerem Band und höherer Dichte soll die Bandgeschwindigkeit der Prototypen um 2 Meter pro Sekunde liegen, was im Bereich von heutigen LTO-Laufwerken liegt. Zu den erreichbaren Übertragungsraten macht IBM noch keine Angaben, höhere Datendichten bei gleicher Bandgeschwindigkeit lassen aber auch hier eine Vervielfachung realistisch erscheinen.

Auch wenn der Preis pro Gigabyte für Festplatten in den letzten Jahren sehr stark gefallen ist, spielt die Datensicherung auf Band - unter anderem aus versicherungstechnischen Gründen - in Unternehmen immer noch eine Rolle. Zudem liegt die Leistungsaufnahme eines LTO-Laufwerks, das mit einem Auto-Loader Zugriff auf hunderte von Bändern haben kann, deutlich unter dem Strombedarf von Festplattenarrays ähnlicher Kapazität.

Das größte Problem von Bandlaufwerken war in den letzten Jahren deren im Vergleich mit Festplatten geringe Kapazität. Aktuell sind LTO-Cartridges nur bis 1,6 Terabyte angekündigt, was nicht einmal mehr Platz für die Daten einer aktuellen 2-TByte-Festplatte bietet. Wann IBM aus seinen neuen Prototypen ein Produkt machen kann, gab das Unternehmen nicht bekannt.  (nie)


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