Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1001/72584.html    Veröffentlicht: 22.01.2010 10:36    Kurz-URL: https://glm.io/72584

Erster Gewinn bei AMD seit drei Jahren

Geschäft mit Grafikprozessoren entwickelt sich rasant

Nach drei Jahren in der Verlustzone hat AMD wieder einen kleinen Quartalsgewinn erwirtschaftet. Das Geschäft mit Grafikprozessoren legte um 58 Prozent zu, auch dank ATIs DirectX-11-Karten. Zudem trug AMD-Konkurrent Intel seinen Teil zu AMDs Gewinn bei.

Der Umsatz des angeschlagenen Chipherstellers AMD ist im vierten Quartal um 42 Prozent auf 1,65 Milliarden US-Dollar gestiegen. Die Nachfrage für Notebook- und Serverprozessoren sei stark angestiegen, meldet das Unternehmen. Das Geschäft mit Grafikchips war ebenfalls sehr solide, hier legte der Umsatz sogar um 58 Prozent zu. Die starken Zuwächse im Grafikgeschäft dürften darauf zurückzuführen sein, dass AMD derzeit der einzige Lieferant für GPUs nach DirectX-11 ist. Trotz anhaltender Lieferprobleme hat das Unternehmen schon "weit über 2 Millionen" dieser Grafikprozessoren verkauft, sagte AMD-Manager Richard Huddy im Gespräch mit Golem.de.

"Wir haben alle wichtigen Meilensteine im vergangenen Jahr erreicht", sagte Firmenchef Dirk Meyer während einer Telefonkonferenz mit Analysten nach Bekanntgabe der Zahlen. Der Konzern hatte über drei Jahre Verluste erwirtschaftet. Meyer musste die Produktion in das Joint Venture Globalfoundries auslagern, das von der Regierung Abu Dhabis gestützt wird. Schon ab dem nächsten Quartal, und damit früher als von den Analysten erwartet, wird AMD die Ergebnisse von Globalfoundries nicht mehr in seinen Bilanzen ausweisen.

In dem Quartalszeitraum, der am 26. Dezember 2009 endete, erzielte AMD einen Gewinn von 1,18 Milliarden US-Dollar (1,52 US-Dollar die Aktie), nachdem im Vergleichszeitraum des Vorjahres durch hohe Abschreibungen ein Verlust von 1,44 Milliarden US-Dollar (2,36 US-Dollar pro Aktie) ausgewiesen wurde. Intel zahlte im Rahmen eines Vergleichs in einem Wettbewerbsverfahren 1,25 Milliarden US-Dollar an AMD. Ohne das Geld von Intel hätte AMD aber dennoch einen Quartalsgewinn von 57 Millionen US-Dollar (8 Cent pro Aktie) erwirtschaftet.

AMD erwartet, dass im laufenden ersten Quartal 2010 der Umsatz saisonbedingt wieder rückläufig sein wird.
[von Achim Sawall und Nico Ernst]  (asa)


Verwandte Artikel:
AMD macht weniger Verlust als erwartet   
(16.10.2009, https://glm.io/70506 )
AMD mit weniger Verlust und abgestrafter Aktie    
(22.07.2009, https://glm.io/68513 )
AMDs Embedded-Pläne: Ein bisschen Wunschdenken, ein bisschen Wirklichkeit   
(23.02.2018, https://glm.io/132925 )
Intel macht 1,9 Milliarden US-Dollar Quartalsgewinn    
(13.10.2009, https://glm.io/70450 )
Ryzen V1000 und Epyc 3000: AMD bringt Zen-Architektur für den Embedded-Markt   
(21.02.2018, https://glm.io/132876 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/