Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1001/72528.html    Veröffentlicht: 20.01.2010 12:18    Kurz-URL: https://glm.io/72528

AmigaOne X1000 - das Comeback des Jahres? (Update)

Erster High-End-Amiga seit Jahren von Hyperion und A-Eon angekündigt

Der AmigaOne X1000 soll 2010 zu einem besonderen Jahr für die gebeutelte Amiga-Gemeinde machen. Der neue Amiga-Rechner soll ein High-End-PowerPC-System mit einem sehr flexiblen Co-Prozessor werden.

Hinter dem AmigaOne X1000 stecken der AmigaOS-4.0-Entwickler Hyperion Entertainment und der Mainboardhersteller A-Eon. Der Name soll an das vor fast 25 Jahren vorgestellte Commodore-A1000-Modell erinnern und auf einen Neustart der Amiga-Plattform hindeuten. Während die zu AmigaOS 4.x kompatible Hardware von ACube aufgrund der Prozessorleistung und Ausstattung im Low-End-Bereich anzusiedeln ist, beschreiben die Partner den X1000 als neuen High-End-Amiga-Rechner.

Noch geheime Power-CPU

Zur Power-basierten CPU will A-Eon noch nichts Genaueres sagen. Es wurde nur verraten, dass es sich um einen Dual-Core-Prozessor mit sehr geringer Abwärme handelt. Die Kerne wurden bereits mit 1,6 GHz getestet, sollen aber im finalen Design eine andere Taktrate aufweisen. Sie sind zum im Juni 2007 abgesegneten Befehlssatz Power-ISA 2.04 (Power Instruction Set Architecture) und neueren Standards kompatibel.

Der Hinweis auf Power-ISA ab 2.04 ist nicht sonderlich aussagekräftig. Er träfe auf viele aktuelle Kerne der Power-Architektur zu, etwa für den PA6T-Kern von P.A. Semi, für den Titan von AMCC und auch den Power6 oder Power7 von IBM zutreffen. P.A. Semi wurde 2008 von Apple gekauft, was eher gegen diesen Hersteller spricht. Laut A-Eon ist der im X1000 steckende Prozessor nur in begrenzten Stückzahlen erhältlich und soll auch noch relativ unbekannt sein.

Programmierbarer Co-Prozessor

Das Besondere am X1000 wird jedoch eher der Co-Prozessor Xena. Wie damals die alten Amigas soll auch der neue Amiga dadurch vielseitiger einsetzbar sein. Bei Xena handelt es sich um einen programmierbaren Xcore-Chip vom Hersteller XMOS; der XMOS XS1-L1 128 SDS verfügt über einen Kern mit einer Rechenleistung von 400 MIPS und bis zu acht parallel laufenden Echtzeit-Threads.

Xena soll den neuen AmigaOne für verschiedene Anwendungsbereiche interessant machen, da sich damit unter anderem externe Hardware - auch Roboter - steuern, DSP-Funktionen realisieren oder Retro-Spielekonsolen direkt auf dem Co-Prozessor emulieren lassen.

Xorro-Steckplatz für Xena

Der Xena wird direkt auf einen modifizierten PCI-Express-x8-Steckplatz namens Xorro zugreifen können. Darüber lassen sich auch andere Xcore-Prozessoren von XMOS einbinden, sie sollen sich einfach zusammenschalten lassen. Referenzplatinen sollen bis zu 256 Kerne verbinden und eine theoretische Rechenleistung von 102.400 MIPS erreichen. Auch für wissenschaftliche und visuelle Anwendungen soll der X1000 damit geeignet sein.

Das AmigaOne-X1000-Mainboard "Nemo" basiert auf dem vom PC bekannten ATX-Formfaktor. Es fasst eine Power-CPU, den Xena-Co-Prozessor, bis zu vier DDR2-SDRAM-DIMMs, eine Xorro-Steckkarte, je zwei PCI-Express-x8- und -x1-Steckkarten (PCIe) und zwei PCI-Steckkarten. Alternativ kann statt zweier PCIe-x8-Steckkarten auch eine x16-Karte genutzt werden. Zu den weiteren Schnittstellen zählen 10x USB 2.0, 1x Gigabit-Ethernet, 2x RS232, 4x SATA, 1x IDE, ein JTAG-Anschluss, 7.1-Kanal-Audio und ein Compact-Flash-Steckplatz.

Offen bleibt allerdings noch, wann der neue AmigaOne X1000 in diesem Jahr auf den Markt kommen wird und was er kosten wird.  (ck)


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