Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1001/72466.html    Veröffentlicht: 18.01.2010 11:57    Kurz-URL: https://glm.io/72466

Neue Demos und Daten von Nvidias GF100

512 Rechenwerke und 64 Textureinheiten

Kurz nach der CES hat Nvidia ausgewählten Medien weitere technische Daten zu seiner ersten Grafikkarte GF100 mit Fermi-Architektur verraten. Die Rechenwerke sind in Gruppen aufgeteilt, die über eigenen Speicher verfügen. Zusätzlich gab es noch einige Techdemos und Andeutungen zur Leistungsfähigkeit bei Spielen.

Bereits Ende September 2009 hatte Nvidia seine Fermi-Architektur angekündigt und damals nur einen groben Überblick über den Aufbau der GPU gegeben. Dass sie aus 512 Rechenwerken besteht, die gegenüber den 240 Einheiten der noch aktuellen GTX-Karten (GT200b) mehr als verdoppelt wurden, erklärte das Unternehmen schon damals. Ebenfalls bekannt ist, dass 32 dieser Kerne einen "Streaming Multiprocessor" (SM) bilden, aus dem 16 SIMD-Einheiten gebildet werden.

Nvidia erklärte nun, je vier dieser SIMD-Einheiten bildeten einen "Graphics Processing Cluster" (GPC), der weitgehend unabhängig arbeiten kann. Zusätzlich gibt es für den der SMs vier Texturierungseinheiten (TMU), was insgesamt 64 TMUs ergibt. Der GT200b hat jedoch schon 80 TMUs. Unbestätigten Angaben zufolge sollen die TUMs bei der GF100 aber viel höher getaktet sein als bei GT200b.

Eine Besonderheit der GPUs von Nvidia ist, dass die Recheneinheiten, der Rest der GPU und der Speicher mit unterschiedlichen Takten laufen. Bisher waren die Rechenwerke meist etwa doppelt so schnell wie andere Funktionsblöcke der GPU getaktet. Ob in diese Taktdomäne nun auch die TMUs einbezogen werden, hat Nvidia noch nicht bestätigt.

In seinen Präsentationen, die in Gänze unter anderem bei HardOCP zu sehen sind, betonte Nvidia auch die hohe Speicherbandbreite der GF100. Dafür gibt es sechs Speichercontroller mit je 64 Bit Breite, was einem 384-Bit-Bus entspricht. AMD nutzt bei den GPUs der Serie Radeon 5800 256 Bit, wie das Unternehmen zwischenzeitlich bekanntgab. Die Speicherbandbreite ist vor allem bei Rechenanwendungen auf einer GPU wichtig, weil die Daten selten komplett in den Onboard-Speicher passen.

Um die Bandbreite innerhalb der GPU zu erhöhen, hat Nvidia große Caches vorgesehen, was aber ebenfalls bei der Vorstellung der Architektur schon bekanntgegeben worden war: Die 32 SMs besitzen je 64 KByte L1-Cache, insgesamt also 1 MByte. Dazu kommen noch 768 KByte L2-Cache, den sich alle SMs teilen. Dieser Cache sitzt wie ein Crossbar in der Mitte der GPU.

Parallel zu den Erläuterungen der Architektur hat Nvidia auch Videos von neuen Techdemos veröffentlicht, die zunächst bei Vimeo auftauchten, wie in einem Clip von PC Perspective zu sehen ist, der inzwischen bei Youtube steht - darin startet ein Nvidia-Mitarbeiter ein Video direkt von Vimeo, es war also offenbar schon vor der Veranstaltung online.

Nvidia zeigt in seinen Clips Raytracing mit einer und drei GF100. Eine Konfiguration aus drei der Karten hatte der Chiphersteller auch schon auf der CES für sein neues Techdemo "Supersonic Sled" verwendet. Neben dieser Demo gibt es nun auch weitere Programme, die die Funktionen der neuen GPU zeigen. Eines davon zeigt die Tesselation - eine Pflichtfunktion für DirectX-11 - anhand einer Frauenfrisur. Ein weiterer Clip gibt für die GF100 gegenüber einer GTX-285 rund 60 Prozent höhere Frameraten mit Far Cry 2 an.

Auch den direkten Vergleich mit AMDs Radeon 5870 scheut Nvidia nun nicht mehr. Wie hier zu sehen ist, soll die Fermi-GPU mit dem DirectX-11-Benchmark "Heaven" in einer Sequenz 60 Prozent schneller sein.

Wann sich das nachmessen lässt, ist noch ungewiss. HardOCP betont: "Nein, wir haben keine Hardware". Einen genaueren Termin als "erstes Quartal 2010" gibt es von Nvidia für die GF100 auch noch nicht. Die üblichen Quellen sprechen von einem Marktstart Anfang März 2010, also etwa zur Cebit. Preise und Angaben zur Leistungsaufnahme gibt es auch noch nicht.  (nie)


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