Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1001/72429.html    Veröffentlicht: 15.01.2010 11:26    Kurz-URL: https://glm.io/72429

Rockstar Games antwortet auf Mitarbeiterprotest

Personalabteilung will sich um mögliche Probleme kümmern

In einem offenen Brief waren die schlechten Arbeitsbedingungen beim Entwicklerteam von Red Dead Redemption angeprangert worden. Jetzt reagiert die Firmenzentrale in New York: Sie will sich um die Probleme kümmern. Auch der internationale Entwicklerverband hat sich zu Wort gemeldet.

Unbezahlte Überstunden, niedrige Bezahlung, schlechtes Betriebsklima - so lauten einige der Vorwürfe in dem Brief, den Familienangehörige von Mitarbeitern bei Rockstar San Diego angesichts der Arbeitsbedingungen in dem Entwicklerteam veröffentlicht haben. Jetzt hat die Firmenzentrale in New York reagiert: Im Internet ist eine Rundmail aufgetaucht, die offenbar von der Personalabteilung an die Belegschaft in San Diego geschickt wurde.

"Wir nehmen Beschwerden über Arbeitsbedingungen sehr ernst und werden uns um Probleme sofort kümmern", ist dort zu lesen. Einige der Vorwürfe aus dem Brief weist die Autorin allerdings zurück: Es habe keine Kürzungen bei berechtigten Bonuszahlungen gegeben und die Gehälter seien sehr wohl im Verhältnis zur Inflationsrate gestiegen - und nicht etwa geringer, wie der Vorwurf gelautet hatte.

Das Schreiben nimmt nicht Stellung zu den Beschwerden über die angeblich monatelang zu hohe Arbeitsbelastung, sondern verweist darauf, dass sich die Mühe angesichts der absehbaren Qualität von Red Dead Redemption wohl gelohnt haben wird. Außerdem verweist es darauf, dass es bis zur Veröffentlichung des "Pferde-GTA" Ende April 2010 nicht mehr lange hin sei. In den kommenden Tagen würden Vertreter der Personalabteilung an der Westküste sein, mit denen könnten die Mitarbeiter das Problem besprechen.

Auch die International Game Developers Association (IDGA), der internationale Entwicklerverband, hat sich zu dem Brief der Rockstar-Angehörigen geäußert. Die Beschwerden seien ein weiterer Anlass für die Branche, sich mit dem Problem der Arbeitszeit zu beschäftigen. Auch wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage vernachlässigten einige Studios die Gesundheit ihrer Angestellten. "Die IDGA ist der Auffassung, dass regelmäßige Überstunden falsch, ausbeuterisch und letztlich schädlich sind, nicht nur für die Entwickler, sondern auch für das Produkt und die Branche insgesamt", heißt es in einer Mitteilung.  (ps)


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