Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1001/72300.html    Veröffentlicht: 08.01.2010 18:04    Kurz-URL: https://glm.io/72300

3D-Digital-Boom und Umsatzrekord in deutschen Kinos

2009 war ein Rekordjahr für die deutschen Kinobetreiber

2009 war ein Rekordjahr für die deutschen Kinobetreiber, die ein Umsatzplus von 25,1 Prozent vorweisen können. Besonders 3D-Filme liefen gut. Konnte das Kino 2009 auch in Deutschland beim Umsatz wieder den Verkaufsumsatz von DVDs- und Blu-rays überflügeln?

Trotz Weltwirtschaftskrise hat das deutsche Kino 2009 ein Rekordjahr erlebt. Laut Angaben des Verbandes der Filmverleiher verzeichnete das Kinojahr 2009 hohe Werte bei Umsatz- und Besucherzahlen: Knapp 144 Millionen Kinogänger sorgten für ein Besucherplus von 16 Prozent und ein Umsatzplus von 25,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders gefragt waren dabei 3D-Filme, die zahlreiche Besucher lockten und zum Gesamtumsatz von 965 Millionen Euro beitrugen.

"2009 wird nach den Umsatzzahlen zu den Spitzenergebnissen der letzten 60 Jahre zählen", so Johannes Klingsporn, Geschäftsführer des Verbandes der Filmverleiher.

Besonders für die zweite Jahreshälfte 2009 sieht die Kinobranche rückblickend einen "regelrechten 3D-Digital-Boom". Neben dem Film Ice Age 3 war hier Avatar - Aufbruch nach Pandora bereits nach kurzer Spielzeit sehr gefragt: Laut Angaben des Filmstudios Twentieth Century Fox lösten von 3,9 Millionen Besuchern über 2,5 Millionen 3D-Tickets. Damit ist James Camerons Avatar der Film, für den in Deutschland bislang die meisten 3D-Karten verkauft wurden und liegt auf Platz fünf der besucherstärksten Filme 2009. Zum Ende der Top Ten findet sich noch die 3D-Produktion Oben mit 2,9 Millionen Besuchern auf Rang 9. "Wir beobachten einen wachsenden Trend im Bereich 3D-Digital", so Andreas Kramer, Geschäftsführer des HDF Kino, einer der Interessensvertreter der Filmtheaterbetriebe in Deutschland.

Entwicklung in den USA

In den USA ist der Kinoboom so stark, dass die Filmtheater dem Bereich DVD- und Blu-ray-Verkauf sogar die Führung abgenommen haben. 2009 haben die US-Verbraucher erstmals seit Mitte der 1990er Jahre wieder mehr Geld für Kinobesuche als für DVD oder Blu-ray-Käufe ausgegeben, so das Marktforschungsinstitut Adams Media Research. 9,87 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielten die Kinos, ein annähernd zweistelliger Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Die Umsätze mit DVD- und Blu-ray-Verkäufen sanken hingegen um 13,3 Prozent auf 8,73 Milliarden US-Dollar.

Der Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV) hat noch keine Zahlen für das Jahr 2009 vorgelegt. Sie werden bis spätestens Ende Februar 2010 erwartet. Von Januar bis Ende September 2009 wurde jedoch bereits ein Gesamtmarktumsatz in Höhe von 833 Millionen Euro erzielt und das Vorjahresergebnis in Höhe von 808 Millionen Euro noch knapp um 3 Prozent übertroffen.  (asa)


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