Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1001/72263.html    Veröffentlicht: 07.01.2010 16:44    Kurz-URL: https://glm.io/72263

Mint - der Roboter, der kehrt und putzt

Mint zieht systematische Bahnen durch das Zimmer

Neue Hilfe für den Haushalt: Das US-Unternehmen Evolution Robotics hat in Las Vegas den Roboter Mint vorgestellt. Der Saubermachroboter kann die Wohnung entweder kehren oder putzen.

Roomba und Scooba, die beiden Saubermachroboter von iRobot, bekommen Konkurrenz: Nach dem Staubsaugerroboter Neato XV-11 des US-Unternehmens Neato Robotics hat das US-Unternehmen Evolution Robotics auf der CES in Las Vegas den Kehr- und Putzroboter Mint präsentiert.

Je nach Aufgabe stattet der Nutzer den quadratischen, etwa 25 cm großen Roboter mit einem Tuch zum Staubwischen oder einem Putzlappen aus. Anders als Roomba oder Scooba verfügt der Mint nicht über einen Auffangbehälter für Staub oder einen Wassertank. An seinem Unterboden befindet sich eine Halterung, an der Nutzer das entsprechende Tuch zum Nass- oder Trockenwischen befestigt. Die magnetische Halterung wird am Unterboden eingeklinkt und der Mint kann loslegen.

Systematische Bahnen durchs Zimmer

Wischt er nur Staub, zieht er systematisch gerade Bahnen durch das Zimmer - anders als Roomba und Scooba, die einen Raum nach dem Zufallsprinzip durchmessen. Dadurch sei der Mint schneller, erklärt der Hersteller. Beim Putzen absolviert er die Bahnen in kleinen Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen, damit der Boden auch gründlich sauber wird.

Er orientiert sich im Raum mit Hilfe des von Evolution entwickelten Navigationssystems Northstar. Dazu gehört ein Projektor, der Infrarotlichtpunkte an die Decke wirft, die unterschiedliche Formen haben. Mint verfügt über drei Infrarotsensoren, die die Punkte im Blick behalten. Per Triangulation errechnet der Roboter seine Position und weiß so, wo er bereits gewischt hat. Ist er fertig, kehrt er automatisch an den Punkt zurück, wo er seine Arbeit begonnen hat. Allerdings sucht er nicht selbstständig die Ladestation auf, wenn nach etwa drei Stunden Laufzeit der Akku leer ist.

Gestaltet vom XO-Designer

Das Design des Mint stammt übrigens von Yves Béhar, der für OLPC den ersten XO-Rechner gestaltet sowie die Designstudien für den XO 3.0 erstellt hat. Der Putzroboter soll ab Sommer 2010 für 250 US-Dollar auf den Markt kommen. Allerdings hat Evolution keine Angaben darüber gemacht, ob Mint nur in den USA oder auch in Übersee angeboten wird.

Evolution entwickelt Systeme für Roboter, wie etwa maschinelles Sehen, Positionsbestimmung oder Navigation, und lizenziert sie an andere Hersteller. Rovio, die mobile Webcam des Hongkonger Unternehmens WowWee, nutzt das Northstar-Navigationssystem. Sonys Roboterhund Aibo nutzte das Mustererkennungssystem des im kalifornischen Pasadena ansässigen Unternehmens.  (wp)


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