Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1001/72255.html    Veröffentlicht: 07.01.2010 14:28    Kurz-URL: https://glm.io/72255

Bericht: Microsoft streicht Prozessor bei Project Natal

Ingenieure verlagern Rechenleistung angeblich in die Xbox 360

Microsoft hat sich laut einem Medienbericht dazu entschlossen, einen der wichtigeren Prozessoren aus seinem Bewegungssteuerungssystem Project Natal einzusparen. Seine Aufgaben soll eine Softwarelösung übernehmen, die eigentliche Rechenarbeit erledigen die Xbox-360-Chips.

Wenn ein Spieler vor Project Natal steht, wertet das System die Bewegungen seiner Arme und Beine unter anderem anhand eines einfachen "bone system" aus, das grob dem menschlichen Knochengerüst nachempfunden ist. Nach Angaben des Branchenmagazins Gamesindustry.biz war für diese Berechnungen bislang ein spezieller Prozessor innerhalb von Natal zuständig. Das habe sich jetzt geändert: Laut Informationen aus einer nicht genannten Quelle hat sich Microsoft entschlossen, den Chip einzusparen und stattdessen eine Softwarelösung zu verwenden. Die eigentliche Rechenarbeit werde in die Xbox 360 verlagert, wo der von IBM entwickelte Xenon-Hauptprozessor zuständig ist.

Angeblich soll die Entscheidung keine Auswirkungen auf die Verarbeitungsgeschwindigkeit von Natal haben, die laut dem Bericht mit einer Verzögerung von rund 100 Millisekunden arbeitet - was bislang weder von Microsoft so gesagt noch in Tests gemessen wurde. 100 Millisekunden sind an der Grenze dessen, was sich in der Praxis tatsächlich wie verzögerungsfrei anfühlt.

Der Grund für einen eingesparten Prozessor ist offensichtlich: Kostendruck. Microsoft wird Natal wohl kaum, wie sonst teils üblich im Konsolengeschäft, mit einem Preis unterhalb der Herstellungskosten anbieten. Auf die Entwickler von neuen Natal-Spielen wird die Entscheidung keine großen Auswirkungen haben, weil sie ihre Werke rechtzeitig genug vor Veröffentlichung des Systems gegen Ende 2010 an die Hardware anpassen können. Das nachträgliche Nachrüsten von älteren Programmen wird dadurch aber erschwert bis unmöglich gemacht, weil in den meisten Fällen kaum noch Ressourcen für die zusätzlichen Natal-Berechnungen übrig sein dürften.  (ps)


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