Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1001/72206.html    Veröffentlicht: 06.01.2010 09:25    Kurz-URL: https://glm.io/72206

ShowWX - Laserprojektor für die Hosentasche

Scharfe Bilder bei jedem Abstand

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung "Unveiled" hat das Unternehmen Microvision erstmals einer breiten Öffentlichkeit seinen mobilen Laserprojektor "ShowWX" gezeigt. Das Gerät im Format eines Smartphones liefert bei kleinen Diagonalen helle Bilder - und das zwei Stunden lang.

Laserprojektion ist für Fernseher trotz vieler Versuche immer noch ein Forschungsprojekt - bei mobilen Geräten könnte sich das bald ändern. Der größte Vorteil der Technik ist der Wegfall einer teuren und schweren Optik. Da die Laser das Bild direkt zeichnen, ist es unabhängig vom Abstand zur Projektionsfläche immer scharf. Gerade für Unterwegselektronik bietet sich das Verfahren an, weil es weder große Linsen noch ein Zoomobjektiv benötigt.

Die Projektionseinheit selbst, bei Microvision "Picop Engine" genannt, ist nur so groß wie eine halbe Streichholzschachtel. Diese Engine benötigt nur Stromversorgung und Bildsignale, und fertig ist der Projektor. Bisher kann die Einheit aber nur mit VGA oder analogem Composite-Video umgehen, HDMI soll erst in der nächsten Generation unterstützt werden. Da die Engine so winzig ist, sollte sie auch leicht in mobile Geräte wie Smartphones oder Mediaplayer einzubauen sein. Gespräche mit den Herstellern solcher Produkte bestätigte Microvision auf der CES, wollte aber offiziell nur Motorola als Partner benennen.

Das aktuelle Gerät, der ShowWX, besteht zu zwei Dritteln aus Akku und Ladelektronik sowie Schnittstellentreibern und ist mit einem Format von 118 x 60 x 14 Millimetern immer noch recht kompakt. Der Stromspeicher soll zwei Stunden lang Bilder an eine Wand werfen lassen und in derselben Zeit per USB aufgeladen werden können. Als Bildquelle dienen verschiedene Mediaplayer, Microvision führte das Gerät unter anderem mit einem iPhone und einem iPod nano vor.

Dabei zeigte der ShowWX im lichtdurchfluteten Ballsaal des Venetian-Hotels bei Diagonalen bis etwa 14 Zoll auch helle Bilder. Entfernte man das Gerät weiter von der Leinwand, sank die Helligkeit jedoch schnell - ab etwa 20 Zoll wurde das Bild schon schwer erkennbar. In einem abgedunkelten Raum soll die Helligkeit, die nur umgerechnet einem Lichtstrom von 10 Lumen entsprechen soll, aber für 100 Zoll ausreichen. Bei diesen Diagonalen dürfte dann aber die geringe Auflösung von 848 x 480 Pixeln sehr deutlich auffallen.

Das Licht des ShowWX kommt aus drei Laserdioden in den Farben Rot, Grün und Blau. Es wird von einem einzigen Spiegel - entfernt ähnlich der DLP-Technik - zum Erzeugen der Bilder genutzt. Anders als LCDs oder Plasmadisplays "malt" ein Laserprojektor seine Bilder zeilenweise, wie es etwa ein Röhrenbildschirm tut. Der Spiegel des ShowWX bewegt sich 30 Millionen Mal in der Sekunde, schnellere Spiegel sind laut Microvision bereits in der Entwicklung, sie sind eine Voraussetzung für höhere Auflösungen.

Da das Unternehmen am liebsten nur seine Engine an Gerätehersteller verkaufen will, ist es beim Vertrieb des bisherigen Endprodukts, eben dem ShowWX, recht vorsichtig, um sich selbst nicht zu sehr zu verzetteln. Daher gibt es das Gerät bisher nur in Spanien und Australien über dortige Distributoren im Direktvertrieb. Diese Anbieter bestimmen auch den Preis, die Empfehlung dafür liegt bei umgerechnet 500 US-Dollar.  (nie)


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