Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0912/72029.html    Veröffentlicht: 22.12.2009 10:53    Kurz-URL: https://glm.io/72029

EKD: Spiele unterm Weihnachtsbaum sind "kein Teufelszeug"

Medienbeauftragter der EKD fordert Eltern und Großeltern zum Mitspielen auf

Institutionen wie die großen Kirchen neigen dazu, Computerspiele pauschal abzulehnen. Nicht so die evangelische Kirche: Ein Sprecher findet sogar, dass sie Spaß machen - und fordert Eltern und Großeltern vor Weihnachten auf, gemeinsam mit Kindern oder Enkeln an PC oder Konsole zu spielen.

Ob die Entwarnung auch für Dante's Inferno oder das dritte God of War gilt, die im Frühjahr 2010 erscheinen? Jedenfalls sagte Oberkirchenrat Markus Bräuer, Medienbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), "Computerspiele unterm Weihnachtsbaum" seien "kein Teufelszeug". Er fordert Eltern und Großeltern auf, sich Zeit für die Kinder und Enkel zu nehmen: "Spielen Sie selbst, und spielen Sie mit Ihren Kindern oder Enkeln! Auch wenn Sie wahrscheinlich dauernd verlieren werden, es macht Spaß." Bräuer weist darauf hin, dass man beim Spielen Kriterien vermitteln könne, wenn "beispielsweise Menschen getötet werden, Gewalt nur aus der Sicht der Täter dargestellt oder ein Frauenbild vermittelt wird, das würdelos ist."

Bräuer warnt davor, Computerspiele pauschal abzulehnen. Viele Spiele hätten eine große Faszination, steigerten das Reaktionsvermögen und vermittelten vielfältige Kenntnisse und Informationen. Das Prüfsiegel der USK, der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, so der Medienbeauftragte der EKD, sei ein guter Hinweis, für welche Altersgruppe welches Spiel geeignet ist.

Ganz anders sieht es der Verband Bildung und Erziehung: Er warnt in einer Mitteilung, dass "Geschenke, die zu Zerstörung, Hass und Gewalt animieren, ... unter dem Weihnachtsbaum grundsätzlich nichts verloren" hätten. Kinder seien auf emotionale Zuwendung angewiesen, weniger auf "Luxusgüter". Fotohandy, Playstation oder der Multimedia-PC zu Weihnachten bedeuteten zwar die Erfüllung manchen Kindertraumes, seien aber kein Ersatz für die Präsenz der Eltern.  (ps)


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