Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0912/72016.html    Veröffentlicht: 21.12.2009 13:59    Kurz-URL: https://glm.io/72016

Spieletest: F1 2009 - Comeback missglückt

Codemasters nutzt offizielle FIA-Lizenz für Wii und PSP

Skandale, Abspaltungsdrohungen und Teams, die das Handtuch werfen: Die letzten Monate verliefen schlecht für die Formel 1. Ausgerechnet jetzt kehrt die offizielle Lizenz nach jahrelanger Sony-Exklusivität und zwei Jahren Funkstille auf eine Nintendo-Konsole zurück - Versionen von F1 2009 für andere Plattformen will Codemasters später veröffentlichen.

F1 2009 (Wii, PSP)
F1 2009 (Wii, PSP)
Formel-1-Fans können sich zunächst freuen: Bei den Modi und den Spieloptionen von F1 2009 hat das Entwicklerstudio Sumo Digital fast alles richtig gemacht. Ein schnelles Rennen, ein Trainingswochenende, ein einzelner Event inklusive Qualifying oder gleich die ganze Saison darf der Spieler fahren. Wer mag, setzt sich auch an einzelne Herausforderungen mit vorgegebenen Aufgaben oder wählt den Karrieremodus aus. 

In Letzterem sucht sich der Spieler nicht selbst aus, für welches Team er antritt, sondern ist auf eingehende Angebote angewiesen. Bei einem kleineren Rennstall gilt es dann, sich einen Namen zu machen und nach und nach im Rang aufzusteigen. Via E-Mail kommen je nach eigenem Fahrerfolg Lob oder Kritik, Strafen für aggressives Fahren sorgen für Abwechslung. Besonders dynamisch wirkt der Karrieremodus dennoch nicht: Weiterentwicklungen am Wagen etwa finden nicht statt, das Schadensmodell ist zudem seinen Namen kaum wert.

Dank offizieller Lizenz entsprechen Teams, Fahrer und Rennstrecken den Daten der aktuellen Saison. Wer allerdings auch ein Fahrverhalten erwartet, das den realen Vorbildern entspricht, wird enttäuscht - die gegnerischen Teams fahren alle nach ähnlichem Muster, zudem oft zu aggressiv und selten intelligent.

Verschiedene Fahrhilfen nehmen auch Einsteigern die Angst vor dem Formel-Zirkus, die Mängel bei Bedienung und Fahrgefühl werden so aber nicht beseitigt. Die Fahrzeuge übersteuern häufig, neigen zu Drifts und erinnern generell kaum an die Verhaltensweisen, die aus realistischen Rennspielen bekannt sind. Die Möglichkeit, Einstellungen am Fahrzeug vorzunehmen, besteht zwar - die Auswirkungen sind aber deutlich kleiner, als es die Tuning-Optionen vorgaukeln.

Die Technik passt sich der spielerischen Magerkost an: Geschwindigkeitsgefühl, Detailrate sowie die Modellierung von Fahrzeugen, Strecken und Publikum sind weit vom technisch Möglichen entfernt und bieten höchstens Durchschnitt. Über den Sound und die Funkansagen lässt sich kaum Besseres vermelden. Immerhin gibt es die Möglichkeit, via Splitscreen gegen einen Freund anzutreten - ein Onlinemodus fehlt hingegen.

F1 2009 ist zunächst exklusiv für Wii (hier getestet) und PSP erhältlich und kostet inklusive eines Plastiklenkrads zum Einstecken der Wiimote rund 50 Euro beziehungsweise 40 Euro für die PSP. Umsetzungen für Windows-PC, Xbox 360 und Playstation 3 hat Codemasters für 2010 angekündigt. Die USK hat das Programm ohne Altersbeschränkung freigegeben.

Fazit

Comeback gründlich missglückt: Schlechte KI, antiquierte Technik und schwammiges Fahrgefühl sind sicherlich nicht das, was sich Motorsportfans für die Konsolenrückkehr der wohl berühmtesten Rennserie gewünscht haben. Bleibt also nur, auf 2010 zu hoffen - die längere Entwicklungszeit für die anderen angekündigten Plattformen sollte sich hier positiv bemerkbar machen.  (tw)


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