Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0912/71983.html    Veröffentlicht: 18.12.2009 15:08    Kurz-URL: https://glm.io/71983

Oracle erfreut über Umsatzwachstum und Einigung mit der EU

Topmanagerin Safra Catz erwartet Klärung der Sun-Übernahme im Januar

Oracle hat seinen Quartalsgewinn um 12 Prozent gesteigert und sieht eine Erholung bei der Kundennachfrage. Nach zwei Quartalen mit Umsatzrückgang wuchs der Erlös wieder. Der Hersteller von Unternehmenssoftware erwartet zudem eine baldige Klärung des Konflikts mit der EU-Kommission um die Übernahme von Sun.

Oracle hat im zweiten Quartal 2009/2010 den Nettogewinn um 13 Prozent auf 1,46 Milliarden Dollar (29 Cent pro Aktie) gesteigert. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag der Gewinn bei 1,3 Milliarden Dollar (25 Cent pro Aktie). Vor einigen Sonderposten betrug der Gewinn 39 Cent pro Wertpapier, die Analysten hatten nur 36 Cent pro Aktie erwartet. Der Umsatz, einschließlich Übernahmen, wuchs um 3,3 Prozent auf 5,87 Milliarden US-Dollar, und lag damit ebenfalls über den Prognosen. Für den Berichtzeitraum wurden die Bilanzberechnungen zum 30. November 2009 geschlossen.

"Wir sind in allen Marktregionen der Welt schneller gewachsen als SAP, und nahmen ihnen eindeutig Marktanteile ab", sagte Oracle President Safra Catz über den größeren Konkurrenten.

"Es steht definitiv fest, dass die Kunden wieder kaufen", so Catz weiter. Der Konzern verzeichne zwar "nicht irgendwelche Riesenbestellungen, aber viele Abschlüsse mit einem sehr netten Volumen, von Unternehmen verschiedenster Größe. Wir sehen tatsächlich eine Erholung." Finanzchef Jeff Epstein ergänzte: "Wir haben Ergebnisse erwirtschaftet, die deutlich besser waren, als wir erwartet hatten."

Oracle ist seit November 2009 mit einem formellen Einwand aus Brüssel gegen seine Übernahme von Sun für 7,4 Milliarden US-Dollar konfrontiert. Dabei geht es um MySQL. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sieht Konflikte, wenn das weltweit führende Unternehmen im Bereich proprietärer Datenbanken den Marktführer im Bereich Open-Source-Datenbanken übernimmt. Im Dezember 2009 lenkte Oracle ein und kündigte Zugeständnisse an. Offenbar mit Erfolg: "Wir erwarten, dass die Europäische Kommission die Akquisition von Sun im Januar vorbehaltlos klärt", sagte Catz bei der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse am gestrigen Donnerstag.  (asa)


Verwandte Artikel:
Sun macht weiter Verluste   
(15.07.2009, https://glm.io/68377 )
Oracle streicht 1.000 Jobs in Europa   
(03.07.2009, https://glm.io/68144 )
Systemanalyse: Wie Dtrace auf Linux kommen könnte   
(15.02.2018, https://glm.io/132799 )
SAP hält Siemens-Wartungsverträge durch Preisnachlässe (Up.)   
(21.10.2009, https://glm.io/70609 )
James Gosling: Java-Erfinder wechselt zu Amazon Web Services   
(23.05.2017, https://glm.io/127982 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/