Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0912/71975.html    Veröffentlicht: 18.12.2009 12:08    Kurz-URL: https://glm.io/71975

Palm leidet unter hohen Kosten für Pre- und Pixi-Vermarktung

Verluste über den Erwartungen der Analysten

Der Smartphone-Hersteller Palm häuft erneut Verluste an, weil die Vermarktungskosten für das Palm Pre und Palm Pixi sehr hoch sind. Firmenchef Rubinstein beklagte, das Geschäftsfeld sei sehr wettbewerbsintensiv.

Palm hat zum zehnten Mal in Folge ein Quartal mit Verlust abgeschlossen. Im zweiten Finanzquartal erwirtschaftete der Hersteller von Smartphones einen Verlust von 85,4 Millionen US-Dollar (54 Cent pro Aktie). Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag das Minus mit 508,6 Millionen US-Dollar (4,64 Dollar pro Aktie) noch weitaus höher. 2008 wurde das Ergebnis von einer höheren Steuerforderung belastet.

Vor Sonderposten lag der Verlust bei 37 Cent pro Aktie, die Analysten hatten auf der Basis nur einen Verlust von 33 Cent je Aktie erwartet. Der Umsatz fiel im zweiten Quartal um 59 Prozent auf 78,1 Millionen US-Dollar.

Die Vermarktungsausgaben für das Palm Pixi und das Palm Pre stiegen stark an, was die operativen Kosten des Unternehmens um 21 Prozent in die Höhe trieb. Ob sich die hohen Ausgaben gelohnt haben, ist noch nicht absehbar. Ilya Grozovsky, Analyst bei der Investmentbank Morgan Joseph, sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg: "Die Hauptsorge ist im Moment die Tatsache, dass die Verkaufszahlen nicht so robust sein werden, wie alle gehofft haben." Laut Gartner hat Research In Motion im dritten Quartal einen Anteil von 20,8 Prozent am weltweiten Smartphonemarkt, im Vergleichszeitraum des Vorjahres besetzte die Firma 15,9 Prozent des Marktes. Apple steigerte seinen Anteil von 12,9 Prozent auf 17,1 Prozent. Palm fiel dagegen in dem Zeitraum von 2,7 Prozent auf 1,4 Prozent zurück.

783.000 Smartphones verkauft

In den USA bietet der Mobilfunkbetreiber Sprint Nextel die Palm-Endgeräte an. Seit Oktober, also im vierten Quartal 2009, begann der Verkauf des Pre in Großbritannien, Irland, Deutschland und Spanien. 10 Prozent des Umsatzes kämen aus dem Ausland, erklärte Palm nach der Bekanntgabe der Geschäftszahlen. Im aktuellen Palm-Berichtszeitraum wurden 783.000 Smartphones verkauft, das sind 5 Prozent weniger als im Vorquartal.

"Dies wird zu einem sehr wettbewerbsintensiven Geschäftsfeld", sagte Palm-Chef Jon Rubinstein. "Wir verfolgen hier einen sehr guten Plan und werden das weiterhin umsetzen."

Entwicklerprogramm rund um WebOS

Palm will auf der CES Anfang Januar 2010 in Las Vegas, USA, allen Interessierten das neue Entwicklerprogramm rund um WebOS vorstellen. Bisher befindet sich das Projekt in einer Frühphase und auch Palms Softwareshop App Catalog ist noch im Betastadium. Palm erwartet, schon bald mehrere tausend WebOS-Programme im App Catalog anbieten zu können. Derzeit sind dort etwas über 800 Produkte verzeichnet.

Nach Aussagen von Rubinstein ist nicht damit zu rechnen, dass zur CES 2010 neue Geräte vorgestellt werden. Denn Palm hält es nicht für sinnvoll, ein breites Produktsortiment anzubieten. Wichtiger sei es, eine kleine Auswahl guter Produkte zu haben. Daher will sich Palm zunächst darauf konzentrieren, die Vermarktung von Palm Pre und Palm Pixi weiter voranzutreiben und weitere Netzbetreiber für eine künftige Zusammenarbeit zu finden. [von Ingo Pakalski und Achim Sawall]  (asa)


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