Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0912/71944.html    Veröffentlicht: 17.12.2009 14:01    Kurz-URL: https://glm.io/71944

Spieletest: The Legend Of Zelda - Spirit Tracks

Mit dem Zug durch Hyrule auf dem Nintendo DS

Revolution im Fantasieland Hyrule: Seit den Anfangstagen der Reihe muss fast immer ein grün gewandeter Held die entführte Prinzessin Zelda retten, doch diesmal greift die holde Maid selbst ins Geschehen ein. Sie lässt sich wie der Hauptcharakter Link vom Spieler steuern. Das neue DS-Abenteuer Spirit Tracks bietet noch weitere Neuerungen.

The Legend Of Zelda - Spirit Tracks (DS)
The Legend Of Zelda - Spirit Tracks (DS)
Auf den ersten Blick wirkt The Spirit Tracks wie eine direkte Fortsetzung vom zwei Jahre alten DS-Titel The Phantom Hourglass: der cartoonartige Grafikstil, die eingängige Bedienung via Touchscreen und Stylus, das ständige Durchforschen neuer Dungeons inklusive zahlreicher Bosskämpfe - so weit, so bekannt. Schon die erfreulich ungewöhnliche Geschichte verdeutlicht allerdings, dass sich die Nintendo-Entwickler nicht nur auf die bekannten Stärken der Reihe verlassen wollten.

Am Anfang des Spiels steht eine große Feier: Hauptheld Link soll sein Diplom als Lokomotivführer bekommen. Dabei spricht ihn allerdings Prinzessin Zelda an und erzählt ihm von einer Gefahr: Ein Dämon sorgt dafür, dass die göttlichen Schienen, die das Land Hyrule durchziehen, langsam verschwinden. Zusammen wollen die beiden zum zentralen Turm der Götter aufbrechen, aber bereits auf dem Weg dorthin werden sie attackiert - und nur der Geist Zeldas schafft es zusammen mit Link zu entkommen, während ihr Körper von den Häschern erwischt wird.

Glück im Unglück: Zeldas Geist kann sich im Folgenden immer wieder der sogenannten Phantome bemächtigen. Das sind große Wächter, die durch die zahlreichen Dungeons streifen. Die wiederum lassen sich dann vom Spieler steuern, was für zahlreiche Kooperationsaufgaben und Rätsel genutzt wird - immer wieder muss der Spieler schnell zwischen zwei Charakteren hin- und herwechseln, um die Aufgaben zu lösen.

Auch sonst gibt es für Link viel Neues zu tun: Er muss etwa mit seinem Zug durch Hyrule fahren, dabei zum richtigen Zeitpunkt die Spuren wechseln, neue Gebiete erschließen und sich notfalls mit Waffengewalt der feindlichen Kontrahenten auf den Schienen entledigen. Auch das Mikrofon des DS kommt häufig zum Einsatz: Link muss auf einer Touchscreen-Flöte - Ocarina of Time lässt grüßen - Melodien nachspielen und so geheime Gleiswege freilegen oder per Luftstoß einen Tornado veranlassen.

Andere Dinge sind bekannt, aber überarbeitet: Links Bumerang etwa ist wieder mit dabei, kann nun aber mit Hilfe von Eis oder Feuer Wege schmelzen und so strategisch eingesetzt werden. Auch das Konzept des zentralen Dungeons, an den Link immer wieder zurückkehrt, ist serientypisch - im Gegensatz zum letzten DS-Spiel, wo das zu teils frustrierenden Wiederholungsaufgaben führte, sind Schwierigkeitsgrad und Abwechslung diesmal gut ausbalanciert.

Der Multiplayermodus ist weitgehend identisch mit dem von Phantom Hourglass, Optik und Musik sehr ähnlich. Langweilig wird es in den gut 25 Stunden Spielzeit trotzdem kaum - auch dank kleinerer Nebenaufgaben und Extraspiele, etwa das Sammeln von Stempeln oder das Transportieren von Passagieren per Zug.

The Legend of Zelda: Spirit Tracks ist exklusiv für Nintendo DS erhältlich. Es kostet rund 40 Euro und hat eine USK-Freigabe ab sechs Jahren erhalten.

Fazit

Auf die Zelda-Reihe ist Verlass - auch der jüngste Spross auf dem DS lässt in Bezug auf Spielbarkeit und Atmosphäre kaum Wünsche offen. Inhaltliche und technische Parallelen zum Vorgänger sind zwar unübersehbar, aber aufgrund von mehr Abwechslung, interessanteren Rätseln und weniger Frustmomenten sind die Verbesserungen nicht nur kosmetischer Natur. Ebenso erfreulich ist die Story, die Zelda endlich mehr gönnt als nur eine Nebenrolle.  (tw)


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