Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0912/71927.html    Veröffentlicht: 16.12.2009 17:42    Kurz-URL: https://glm.io/71927

Bruce Perens stellt Busybox-Klage infrage

Entwickler beklagt mangelndes Mitspracherecht

Der Urheber der Busybox-Software Bruce Perens hat die Klage der Software Freedom Law Center (SFLC) gegen namhafte Hersteller als kontraproduktiv bezeichnet. Diese Klage schrecke potenzielle Kunden ab.

Perens beklagt in seinem Blog zunächst, er sei in der Klage nicht vertreten, obwohl er als Urheber noch Copyright-Rechte an der Software habe. Vor allem die in der Klage genannte Version 0.60.3 der Software enthalte noch Code von ihm. Er beschuldigt die gegenwärtigen Kläger Erik Andersen und Rob Landley, Copyright-Vermerke entfernt zu haben. Landley hatte bereits wiederholt behauptet, der gegenwärtige Code enthalte keine Zeile von Perens mehr.

Dem SFLC wirft Perens vor, bei der Auswahl der Kläger zu selektiv zu sein. Andere Busybox-Programmierer seien ebenfalls an die SFLC wegen Lizenzverstößen herangetreten, aber abgewiesen worden. Zusammen übten sie sich gegenwärtig noch in Zurückhaltung, um die Rechtsstreitigkeiten vor Gericht nicht zu beeinflussen, ihre Geduld sei jedoch begrenzt.

Dennoch strebe er selbst keine Klage an, sondern versuche, mit den Beklagten zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen. Er stehe als Berater zur Seite, um den Busybox-Code mit allen Lizenzbestimmungen gebührlich zu implementieren. Er gibt als Beispiel die Firma Sony an, die entsprechende Software unter die GPL gestellt hat, ohne Schaden zu nehmen.

Perens moniert, etliche seiner Kunden würden durch die Gerichtsstreitigkeiten abgeschreckt, die Klage sei der durchaus legitimen Verbreitung des Codes nicht dienlich. Dennoch sollte seiner Meinung nach die Einhaltung der Lizenzbestimmungen der GPL durchgesetzt werden. Er würde allerdings unter gewissen Umständen auf sein Copyright verzichten, wenn er es für angebracht hält. Das gelte auch für Fälle, in denen bereits gegen die Lizenzbestimmungen verstoßen wurde und die Verstöße mit seiner Hilfe rückgängig gemacht wurden.

Im Forum von Slashdot.org zu dem Thema springt Perens ein weiterer ehemaliger Busybox-Programmierer unter dem Alias "Diesel Dave" bei. Nach seinen Angaben übernahm er das Projekt von Perens und betreute es für zwei Jahre. Er behauptet, Langley schon damals davor gewarnt zu haben, die Copyright-Zusätze zu entfernen. Perens selbst äußert sich im Forum nochmals in gleicher Form wie zuvor in seinem Blog.  (jt)


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