Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0912/71862.html    Veröffentlicht: 14.12.2009 14:09    Kurz-URL: https://glm.io/71862

Zahl der Breitbandanschlüsse per TV-Kabel verdoppelt

Bundesnetzagentur legt Tätigkeitsbericht 2008/2009 vor

Breitbandanschlüsse per TV-Kabel haben stark zugenommen. Das betonte die Bundesnetzagentur bei der Vorstellung ihres Jahresberichts. "Ende 2009 werden voraussichtlich 2,4 Millionen Kunden auf Basis dieser Infrastruktur breitbandige Dienste nutzen", sagte der Behördenchef.

Die Zahl der Breitbandanschlüsse per TV-Kabel hat sich verdoppelt. Das sagte der Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth bei der Vorstellung des Tätigkeitsberichts 2008/2009 für den Telekommunikationsbereich. Zur Jahresmitte 2009 betrug die Zahl rund 2 Millionen.

"Die Wachstumsraten bei diesen Anbietern lag allein im ersten Halbjahr 2009 bei rund 25 Prozent und damit deutlich höher als im gesamten Breitbandmarkt. Dies hatte zur Folge, dass die Betreiber der TV-Kabelnetzinfrastruktur ihren Marktanteil seit Ende 2007 von 5 Prozent auf über 8 Prozent erhöhen konnten", heißt es in dem Bericht.

"Ende 2009 werden voraussichtlich 2,4 Millionen Kunden auf Basis dieser Infrastruktur breitbandige Dienste nutzen", sagte der Behördenchef über das TV-Kabel. "Etwa 24 Millionen Haushalte können bei einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis Internetzugänge und VoIP-Dienste über die TV-Kabelinfrastruktur nutzen. Die Technik ermöglicht durchgängig sehr hohe Bandbreiten", sagte Kurth.

Höhere Bandbreiten als bei ADSL

Erschwerend für die Gewinnung von Wechselkunden hätte sich der hohe Anteil von Verträgen mit längeren Laufzeiten für die Kabelnetzbetreiber erwiesen. Positiv zur Kundengewinnung hätte die Preisstrategie und höhere Bandbreiten als von ADSL-Anschlüssen beigetragen. Der gesamte Internetverkehr über das TV-Kabel werde sich 2009 um fast 90 Prozent erhöhen, rechnete die Bundesnetzagentur vor.

Gut 91 Prozent aller Breitbandanschlüsse sind aber weiterhin DSL-Anschlüsse. Insgesamt wächst der Breitbandmarkt in Deutschland weiter, wenngleich mit deutlich weniger Dynamik. 2008 wurden 3 Millionen neue Breitbandanschlüsse vermarktet, das waren 1,6 Millionen Neuschaltungen weniger als im Vorjahr. Für 2009 sei mit einem ähnlichen absoluten Zuwachs zu rechnen. Ende des ersten Halbjahres 2009 gab es insgesamt 24,1 Millionen Breitbandanschlüsse. "Die abflachende Wachstumskurve dürfte weniger der Wirtschaftskrise geschuldet sein als mehr der Tatsache, dass sich die Nachfrage nach Breitbandanschlüssen langsam der Sättigungsgrenze nähert. Die Breitbandpenetration bezogen auf die Zahl der Haushalte liegt derzeit schon bei über 60 Prozent", erläuterte Kurth.

Mehr als 15 Prozent aller Mobilfunkteilnehmer nutzen mindestens einmal innerhalb von drei Monaten Datendienste über UMTS. Während sich die Anzahl der regelmäßigen UMTS-Nutzer von 2005 bis 2008 danach fast versechsfacht hat, ist das übertragene Datenvolumen im gleichen Zeitraum um mehr als das Fünfzigfache gestiegen. Für 2009 wird nochmals mit einem starken Anstieg des Datenvolumens gerechnet.  (asa)


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