Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0912/71806.html    Veröffentlicht: 10.12.2009 17:45    Kurz-URL: https://glm.io/71806

Adobe will E-Books teilbarer machen

Passwort-Feature soll begrenzte Weitergabe erlauben

Mit dem kommenden Content Server 5 will Adobe ein Passwort-Feature einführen. Zusammen mit einem Adobe-ID-Account würde die Weitergabe von Privatkopien von E-Books möglich.

Die meisten kommerziellen E-Books sind in irgendeiner Form durch digitales Rechtemanagement (DRM) gegen unbefugte Nutzung gesichert. Die Rechteinhaber wollen so verhindern, dass sich ihr wertvoller Content unkontrolliert - und unbezahlt - vermehrt. Klassische Privatkopien für Familienmitglieder oder Freunde, die von Gesetzes wegen zulässig sind, sind damit aber auch ausgeschlossen. Darunter leidet die Verbraucherakzeptanz und letztlich auch das Geschäft der Gerätehersteller und E-Book-Anbieter.

Adobe scheint das Problem erkannt zu haben und will mit der neuen Version seines Content Server in gewissem Umfang Abhilfe schaffen. Wie die Computerworld berichtet, wird mit dem Content Server 5 die Möglichkeit eingeführt, verschlüsselte E-Books mit einem Passwort zu versehen.

Kopien des E-Books könnten in Zukunft legal an Familienmitglieder oder Freunde weitergegeben werden. Die passwortgeschützten E-Books würden einem Adobe-ID-Account zugeordnet werden. Nach Eingabe von Benutzerkennung und Passwort könnte der Besitzer einer Kopie des E-Books diese auf dem PC oder einem E-Book-Reader lesen.

Bisher unterstützt Adobes E-Book-Software - Digital Editions auf dem PC oder der Mobile Reader - lediglich die Anzeige von E-Books auf bis zu 12 Geräten eines Besitzers. Die durch das neue Passwort-Feature gewonnene Flexibilität würde bei vielen Verbrauchern sicher Gefallen finden. Und durch die Kombination von Verschlüsselung und Passwort hätten die Rechteinhaber eine gewisse Rückversicherung gegen die übermäßige Weitergabe von Privatkopien.

Noch ist allerdings offen, ob die Rechteinhaber sich die Weitergabemöglichkeit nicht durch höhere Preise für die einzelnen E-Books vergüten lassen werden. Ein spürbarer Preisanstieg würde ganz sicher zu neuen Akzeptanzproblemen bei den Lesern führen. [von Robert A. Gehring]  (md)


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