Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0912/71772.html    Veröffentlicht: 09.12.2009 16:23    Kurz-URL: https://glm.io/71772

Nvidia bringt 3D Blu-ray auf PCs - mit neuen Grafikkarten

Karten, Brillen, Monitore und Software, aber noch keine Filme

Zur CES 2010 soll Anfang Januar der Startschuss für stereoskopische Filme auf Blu-ray-Discs erfolgen. Nvidia prescht schon einmal voran und kündigt nun Unterstützung für das Format mit PC-Hardware an. Dafür braucht der Anwender jedoch jede Menge neue Geräte und Programme.

Die 3D Blu-ray, die von der Blu-ray Disc Association (BDA) als Standard festgelegt wurde, ist zwar abwärtskompatibel, allerdings bezieht sich das nur auf die 2D-Fassung eines Films, der auch auf einer der neuen Discs gespeichert sein wird. Diese Version kann dann auch mit bisherigen Blu-ray-Geräten angesehen werden. Daneben gibt es auf den neuen Blu-rays aber stets noch eine Fassung mit dem "AVC Multi-View Codec" (AVC-MVC).

Für die stereoskopische Darstellung müssen die darin enthaltenen beiden Full-HD-Streams gleichzeitig von der Scheibe gelesen, decodiert und auf einem geeigneten Ausgabegerät dargestellt werden. Dieses muss dann, um 60 Bilder pro Sekunde für jedes Auge zu erreichen, 120 Bilder pro Sekunde ausgeben können. Eine Shutterbrille mit LCDs wie Nvidias 3D-Vision verdunkelt dann jeweils abwechselnd ein Auge, synchronisiert wird die Brille mit der Anzeige über einen Infrarotsender.

Die Shutterlösung ist bisher für ein 3D-Heimkino die einzige von der BDA unterstützte Technik, weil sie sich im Vergleich mit anderen Verfahren leicht umsetzen lässt. Die in Kinos verbreiteten Standards wie RealD oder Dolby 3D arbeiten mit Polarisation und erfordern spezielle Leinwände sowie mechanisch recht komplexe Projektoren.

Neben den ersten LCDs mit 120 Hertz und Synchronisationsmöglichkeit - am PC durch den Syncmaster 2233RZ von Samsung vertreten - sollen 2010 auch 120-Hertz-Projektoren erscheinen. Mit einem solchen führte Nvidia bei einer Veranstaltung in München auch schon 3D-Blu-rays vor, die Namen der Filme wollen die Hollywood-Studios laut Nvidia aber noch bis zur CES für sich behalten.

Der in München verwendete Projektor namens X5360 mit 720p stammte von Acer, neben diesem Gerät soll im kommenden Jahr auch noch eine Version mit 1080p-Auflösung erscheinen, die Euro-Preise stehen noch nicht fest. Das gilt auch für zwei 120-Hertz-Monitore mit Full-HD-Auflösung namens GD245HQ (24 Zoll) und GD235HZ (23 Zoll). Für den 24-Zöller wird jedoch ein Preis um 400 Euro erwartet.

Einzig bei den Laufwerken ist für PC-Anwender die Situation einfach, da alle modernen Blu-ray-Laufwerke mindestens die zweifache Geschwindigkeit beherrschen. Das gilt aber nicht für Standalone-Player, deren Mechaniken nur auf einfache Geschwindigkeit ausgelegt sind.

Bei den Grafikkarten, die 3D Blu-ray decodieren sollen, ist dagegen Aufrüsten angesagt: Selbst Nvidias noch aktuelle Spitzenmodelle der Serie GTX-200 können nach Angaben des Chipherstellers die beiden Full-HD-Streams der kommenden Scheiben nicht selbsttätig decodieren. Erst die neue Videoeinheit "VP4" ist dazu in der Lage. Sie befindet sich jetzt schon in den Einsteigerkarten GT 220 und GT 240, die jeweils um 70 oder 90 Euro kosten. Der VP4 ist laut Nvidia auch in den kommenden Karten auf Basis der Fermi-Architektur wie der GF100 vorhanden, nicht aber in der kleinsten schon verfügbaren neuen Karte GT 210.

Ob auch ein schneller Prozessor das Decodieren der Daten übernehmen kann, ist noch nicht abzusehen. Zwar haben bereits Arcsoft (Totalmedia Theatre), Cyberlink (PowerDVD Ultra) und Roxio (Cineplayer BD) Programme zur Wiedergabe von 3D Blu-ray angekündigt, ob diese Anwendungen aber neben den Videoeinheiten von Grafikkarten auch die CPU für alle Schritte der Decodierung heranziehen können, steht noch nicht fest.

Neben Nvidia hat auch bereits AMD Unterstützung für 3D Blu-ray am PC angekündigt, erste Vorführungen sollen auf der CES stattfinden.  (nie)


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