Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0912/71633.html    Veröffentlicht: 03.12.2009 13:57    Kurz-URL: https://glm.io/71633

Mehr Geld für Beschäftigte bei IBM Deutschland

Altersteilzeitregelung stand im Mittelpunkt der Tarifauseinandersetzung

Die Belegschaft bei IBM Deutschland kann sich über etwas höhere Gehälter und weniger tiefe Einschnitte bei der Altersteilzeit freuen. Sechs Monate haben Verdi und die Geschäftsleitung um das Paket gerungen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat bei IBM Deutschland einen Abschluss in den Tarifverhandlungen erzielt. Schwerpunkte in der Tarifrunde 2009/2010 waren die Altersteilzeit und eine höhere Vergütung. Es wurde vereinbart, die Gehälter ab dem 1. Juli 2010 um 1,9 Prozent anzuheben. Eine betriebliche Sonderzahlung beträgt mindestens 1.000 Euro. Betroffen sind etwa 20.000 Beschäftigte.

Verhandelt wurde von Verdi und IBM über sechs Monate. IBM hatte im Sommer 2009 erklärt, dass es keinen Handlungsspielraum für eine Erhöhung gebe. Warnstreiks gab es in der Tarifrunde bei Big Blue nicht, obwohl Verdi in den letzten Jahren den Mitgliederanteil an der Belegschaft verdoppelt hat.

Verdi-Verhandlungsführer Rolf Schmidt sagte Golem.de, dass die neue Altersteilzeit für die Arbeitnehmerorganisation in der Tarifrunde im Fokus stand. Die von der Bundesagentur für Arbeit geförderte Altersteilzeit läuft zum Jahresende aus. Ab 2010 wird die Möglichkeit, in Vorruhestand zu gehen, finanziell deutlich weniger attraktiv, denn die maximal sechsjährige Förderung der Arbeitgeber fällt weg. "Da war ein großes Fragezeichen dahinter, ob das noch attraktiv sein wird. Wir haben im Konzern in den nächsten vier bis fünf Jahren über 5.000 Beschäftigte, die in diese Jahrgänge hereinwachsen. Es war für die Beschäftigten sehr relevant, da eine Regelung zu finden."

Es sei gelungen, mit IBM den Tarifvertrag Altersteilzeit abzuschließen, der ab dem 1. Januar 2010 in Kraft tritt. IBM werde dabei einen 25-prozentigen Zuschuss sowie zusätzlich 2,5 Prozent an einer betrieblichen Jahressonderzahlung leisten. Damit werde der Wegfall der staatlich geförderten Altersteilzeit kompensiert, so Schmidt. Der Altersteilzeit-Tarifvertrag hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Schmidt: "Das ist der erste Tarifvertrag zur Altersteilzeit in der IT-Branche in Deutschland".

Die Anzahl der IBM-Studierenden im kommenden Jahr sei in der Tarifeinigung auf insgesamt 270 festgelegt worden. Damit werden 2010 mehr als 800 Menschen in einer Ausbildung bei IBM sein. Sie erhalten laut dem neuen Tarifvertrag höhere Mietzuschüsse und Fahrkostenerstattungen.

Bei sinkenden Margen in der Branche werde der Druck auf die Beschäftigten stark erhöht. IBM erreiche seine hohen Quartalsgewinne trotz der Weltwirtschaftskrise zudem vor allem über Finanzmanagement. "Das kommt nicht aus dem Wachstum im operativen Geschäft", sagte Schmidt.  (asa)


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