Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0912/71623.html    Veröffentlicht: 03.12.2009 10:51    Kurz-URL: https://glm.io/71623

Medal of Honor setzt mit Afghanistan-Szenario auf Risiko

Spieler kämpft für den US-Präsidenten im Afghanistan der Gegenwart

Die USA verstärken ihr Engagement in Afghanistan, und nur einen Tag nach Bekanntgabe der Pläne durch den US-Präsidenten kündigt Electronic Arts an, dass auch Medal of Honor in der islamischen Republik spielt. Damit geht das Unternehmen ein Risiko ein.

Electronic Arts belebt seine zwischenzeitlich auf Eis gelegte Marke Medal of Honor und kündigt an, dass ein neuer Titel der Serie den Spieler 2010 als Mitglied einer Eliteeinheit nach Afghanistan schickt. Die untersteht mehr oder weniger direkt dem US-Präsidenten; den Entwicklern des hauseigenen Studios EALA sollen Angehörige der US-Armee als Berater zur Seite stehen, um eine "authentische Umsetzung eines modernen Krieges" zu schaffen, haut eine Unternehmensmitteilung auf die Pauke. "Inspiriert durch wahre Begebenheiten, enthüllt Medal of Honor die Aufgaben des derzeit elitärsten amerikanischen Soldaten - seinen Willen, seine Gedanken und seine uneingeschränkte Professionalität."

Allzu viele Details zur Solokampagne verrät EA nicht, aber Unternehmenschef John Riccitiello hat angedeutet, dass es steuerbare Vehikel geben wird und dass massive Angriffe auf Gebäude möglich sind. Für die Entwicklung des Multiplayermodus zeichnet EA Dice verantwortlich, das sonst vor allem für die Battlefield-Reihe zuständig ist und deshalb über jede Menge Erfahrung mit Mehrspielerschlachten verfügt.

Das gewählte Szenario ist ein Risiko: Nur einen Tag vor Enthüllung des Medal-of-Honor-Szenarios Afghanistan hat Präsident Obama angekündigt, dass die USA ihr militärisches Engagement in dem Land massiv ausbauen. Falls Ende 2010 dann schlechte Nachrichten aus dem Konflikt die Schlagzeilen bestimmen, könnte das Interesse des Publikums an einem in Afghanistan angesiedelten Spiel sinken.

Dabei hat Riccitiello große Pläne für die Marke: Er will die derzeit extrem erfolgreiche Marke Call of Duty übertrumpfen. "Ich sage nicht, dass wir das sofort schaffen, ... aber die Marktführerschaft von Activision im Ego-Shooter-Genre wollen wir zurück", so der EA-Chef im Gespräch mit dem US-Magazin Kotaku. Der Call-of-Duty-Reihe wirft Riccitiello Stagnation vor.

Weitere Details und Bildmaterial will EA am 12. Dezember 2009 im Rahmen einer Videospielpreisverleihung präsentieren. Medal of Honor erscheint für Playstation 3, Xbox 360 und Windows-PC und kommt voraussichtlich Ende 2010 auf den Markt - möglicherweise zeitgleich mit Call of Duty 7.  (ps)


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