Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0911/71471.html    Veröffentlicht: 26.11.2009 10:35    Kurz-URL: https://glm.io/71471

Dante's Inferno: Das "God of War" in der Dichterhölle

Actionspiel von EA verbindet Literatur- mit Spieleklassiker

Wie wär's mit ein wenig Wollust, Völlerei oder Habgier? Gibt es alles in Dante's Inferno, dem düsteren und schnellen Actionspiel, mit dem EA mehr oder weniger direkt an "God of War" anknüpfen möchte. Golem.de hat mit Producer Jonathan Knight im Videointerview gesprochen.

Wer den Namen Kratos schon mal gehört hat, der kennt als Videospieler höchstwahrscheinlich auch die nur für Playstation 2 verfügbare Reihe God of War - Kratos ist da Hauptfigur. Aber während sich das Entwicklerteam bei Sony Computer Entertainment im sonnigen Santa Monica noch Zeit lässt für Teil 3 der Saga, legt Visceral Games ein paar hundert Kilometer weiter nördlich bei San Fancisco mehr Tempo vor: Bereits im Februar 2010 soll das ähnlich gestrickte Dante's Inferno für Xbox 360 und Playstation 3 erscheinen.

Bei einer Präsentation in London hat Jonathan Knight, Produzent des Actionadventures, einen der Level vorgeführt. Sie sind in neun Abschnitte aufgeteilt - Vorhölle, Wollust, Völlerei, Habgier, Zorn, Häresie, Gewalt, Betrug und Verrat. In London steht "Lust" auf dem Programm, und das bedeutet: Im Hintergrund des Geschehens ist eine riesige nackte, im wahrsten Sinne des Wortes leicht angefressene Frau zu sehen, aus deren Brustwarzen alle paar Augenblicke fies aussehende Monster krabbeln.

Eigentlich handelt es sich bei der Dame um Kleopatra, auch andere Berühmtheiten der Menschheitsgeschichte wie Achilles, Paris und Helena tauchen irgendwo auf. Schließlich spielen die alle eine mehr oder weniger große Rolle in dem Buch "Göttliche Komödie" des italienischen Dichters Dante Alighieri (1265 bis 1321), das dem binär entfesselten Inferno zugrunde liegt. Die Rahmenhandlung dreht sich um den Helden, der die Seele seiner ermordeten Geliebten Beatrice aus den Klauen des Teufels befreien will.

Dante kämpft sich vor allem mit zwei Waffen durch die feindlichen Massen: einer Knochensense und einem Heiligen Kreuz, das über magische Kräfte verfügt und die Seelen und Zauberkräfte von besiegten Feinden aufnimmt. Zusätzlich zu einem umfangreichen Rollenspielsystem gibt es außerdem die Möglichkeit, Bestien zu zähmen und sie dann gegen die düstere Brut in den Kampf zu schicken. Das sorgt dafür, dass es in Dante's Inferno tatsächlich ganz schön wild zugeht - auf dem Bildschirm von Jonathan Knight war jedenfalls ständig im wahrsten Sinne die Hölle los.

Technisch basiert Dante's Inferno auf der gleichen Engine wie Dead Space. Grafisch macht das Programm einen extrem düsteren Eindruck - aber das Szenario wirkte live in sich sehr stimmig umgesetzt. Die Entwickler versprechen, dass die Bildwiederholrate nie unter 60 Bilder pro Sekunde fallen soll - was angesichts der Mengen an zu bekämpfenden Gegnern auch nötig sein dürfte.

Von God of War 3 gibt es übrigens derzeit keine echten Neuigkeiten, die Entwickler von Sony arbeiten hinter verschlossenen Türen und wollen ihr Programm bis Ende März 2010 fertiggestellt haben. In den USA und im deutschen Importhandel ist seit Mitte November 2009 außerdem eine Neuausgabe der beiden Vorgänger auf einer Blu-ray für die PS3 erhältlich, bei der Sony die Grafik hochauflösend überarbeitet hat.  (ps)


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