Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0911/71393.html    Veröffentlicht: 23.11.2009 12:05    Kurz-URL: https://glm.io/71393

Primacom und Kabel Deutschland liegen im Streit

Signaleinkauf zu teuer - Bundesnetzagentur um Hilfe gerufen

Primacom hat im Streit mit dem Marktführer Kabel Deutschland die Bundesnetzagentur angerufen. Kabel Deutschlands Geschäftsmodell bei der Anlieferung der Fernsehsignale sei unfair, so der Vorwurf.

Die beiden TV-Kabelnetzbetreiber Primacom und Kabel Deutschland liegen im Streit. Das berichtet die Tageszeitung Welt. Primacom wirft dem größeren Konkurrenten vor, die Fernsehsignale an andere Netzbetreiber zu teuer auszuliefern. Primacom hat deswegen die Bundesnetzagentur angerufen. Gestritten wird am Beispiel der Städte Osnabrück und Mainz.

"Eine Entscheidung wird aber sicherlich darüber hinaus Konsequenzen haben", sagte ein Primacom-Sprecher der Zeitung. Infrage gestellt seien die Höhe der Tarife und das Tarifsystem. Kabel Deutschland rechnet seine Dienstleistung pauschal ab, egal wie viele Wohnungen Kabelfernsehen tatsächlich nutzen. Bei hohen Leerständen rechne sich dieses Geschäftsmodell für kleinere Anbieter nicht mehr, heißt es in dem Bericht.

Es sei auch für die Kunden wichtig, "dass der Signaleinkauf auch wirtschaftlich zu vertretbaren Konditionen möglich ist", sagte Primacom-Chef Michael Buhl. Dies gelte besonders in Gebieten, wo es nur einen Signalanbieter gebe. Primacom ist in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern präsent. Kabel Deutschland betreibt Kabelnetze in ganz Deutschland, außer in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

Nachtrag vom 23. November 2009, 12:54 Uhr

Kabel Deutschland wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern. "Wir bitten um Verständnis, aber hierzu geben wir derzeit keinen Kommentar ab", so eine Sprecherin von Kabel Deutschland auf Anfrage von Golem.de.  (asa)


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