Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0911/71368.html    Veröffentlicht: 20.11.2009 17:08    Kurz-URL: https://glm.io/71368

Verleiher: Nicht alle Filme auf Blu-ray bieten mehr Qualität

Video Buster teilt Optimismus der Branche nicht

Der Videoverleiher Video Buster hat sich vorsichtig über die Erfolge bei der weiteren Verbreitung der Blu-ray in Deutschland geäußert. Der Verbraucher erkenne den Mehrwert des High-Definition-Nachfolger der DVD nicht von alleine.

Nicht alle Filme haben in der Blu-ray-Version wirklich eine bessere Qualität. Das sagte Mario Brunow, Vorstand Video Buster, auf dem Video Entertainment Kongress am 19. November 2009 in München. Diese Aussage dürfte sich allerdings vorrangig auf nachträglich ins Blu-ray-Format gebrachte Filme beziehen, für neue Filme gilt das in der Regel nicht - hier ist der Unterschied auf großen Fernsehern oder Projektoren deutlich zu sehen. Video Buster ist ein Videothekenbetreiber und Online-DVD-Versender.

Nicholas Denissen, Director Media bei Amazon Deutschland, der Sony-Managing-Director Andreas Ditter und Joachim Spang vom Filmstudio Twentieth Century Fox hatten sich zuvor optimistisch zur Blu-ray geäußert. 2010 werde Blu-ray einen entscheidenden Schritt zum Massenmarkt tun, weil immer mehr Haushalte die Geräte zu Weihnachten 2009 anschaffen würden, so Spang. Sony erwartet, durch 3D-fähige Fernseher die Blu-ray zusätzlich aufzuwerten, erklärte Ditter.

Diesen Optimismus teilte Brunow von Video Buster nicht. Es reiche nicht, auf die gegenseitige Aufklärung der Verbraucher und die neuen Geräte allein zu bauen, man müsse mehr die Brille der Konsumenten aufsetzen, wenn man die Entwicklung vorantreiben wolle. Der Konsument erkenne keineswegs von alleine den Mehrwert der Blu-ray. Unverständlich sei, dass der Playstation 3 beispielsweise kein HDMI-Kabel beiliegt, um Blu-rays auf dem Fernseher wiederzugeben.

Nach Angaben des Bundesverbands Audiovisuelle Medien (BVV) konnten bis Ende September dieses Jahres 3,2 Millionen Blu-ray-Discs (BD) verkauft werden, was nach den 800.000 verkauften Blu-ray-Discs im Vergleichszeitraum des Vorjahres eine Vervierfachung bedeutet. Zugleich verzeichnete die Blu-ray mit durchschnittlich 26,83 Euro im Jahr 2008 einen Preisrückgang um 25 Prozent auf derzeit 20,17 Euro. Der Gesamtmarktumsatz von Blu-ray-Discs lag bei 66 Millionen Euro, mit DVDs wurden 767 Millionen Euro erzielt, so der BVV.

Im Videoverleih wurden in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 3,4 Millionen Blu-rays verlangt. 2008 waren es nur 1,1 Millionen Transaktionen mit BDs.  (asa)


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