Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0911/71222.html    Veröffentlicht: 16.11.2009 12:21    Kurz-URL: https://glm.io/71222

Telekom liefert Regierung Verschlüsselungs-Smartphones (Up.)

Auch Merkel setzt auf Krypto-Endgerät zur Kommunikation

Die Bundesregierung schafft eine neue Generation von Smartphones an, die durch starke Verschlüsselung vertrauliche Kommunikation gewährleisten soll. Beauftragt wurde die Telekom-Großkundensparte T-Systems.

Die Telekom wird die Bundesregierung mit mehreren tausend Smartphones mit Verschlüsselungsfunktionen ausstatten. "Das Bundesinnenministerium hat mit uns einen Rahmenvertrag abgeschlossen, der rund 350 Organisationen des Bundes den Einsatz hochsicherer Smartphones ermöglicht. Den Anfang machen 13 Bundesministerien", sagte T-Systems-Vorstandschef Reinhard Clemens der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). "Jetzt wollen wir mehrere tausend Endgeräte ausliefern."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhalte auch eines der Smartphones, das verschlüsselte E-Mails verschicken kann, will die Zeitung erfahren haben. Toppolitiker wollten über absolut sichere Kanäle kommunizieren, so Clemens.

Das Unternehmen Rohde & Schwarz SIT hatte Ende Oktober 2009 angekündigt, dass das Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums einen Rahmenvertrag über die Lieferung von mehreren tausend Verschlüsselungsgeräten für Mobiltelefone mit der Firma abgeschlossen habe.

Topsec Mobile sei für VS-NfD (Verschlusssache - nur für den Dienstgebrauch) zugelassen und erfülle damit die Sicherheitsstandards des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Über eine Bluetooth-Schnittstelle lässt sich das Gerät mit dem Mobiltelefon verbinden. Verschlüsselungsalgorithmen sichern so die Vertraulichkeit der Gespräche auf dem Übertragungsweg vom Mikrofon des Topsec Mobile bis zum Empfang beim Gesprächspartner. Dass die Verschlüsselungsverfahren statt im Mobiltelefon in einer separaten Hardware realisiert sind, soll für zusätzlichen Schutz sorgen, gab Rohde & Schwarz bekannt.

Nachtrag vom 16. November 2009, um 16:34 Uhr:

Auch das Düsseldorfer Unternehmen Secusmart konnte sich einen Anteil an dem Bundesauftrag sichern. Der Bund habe Kryptohandys im Wert von mehreren Millionen Euro bestellt, so das Unternehmen. Die Ver- und Entschlüsselung eines Gesprächs finde innerhalb der Secusmart Security Card statt, die im Speicher-Slot des Mobiltelefons steckt.  (asa)


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