Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0911/71215.html    Veröffentlicht: 16.11.2009 11:10    Kurz-URL: https://glm.io/71215

Top 500: Roadrunner geschlagen, China schließt auf

Chinesischer Supercomputer "Tianhe-1" fünftschnellster Supercomputer

In der 34. Ausgabe der Liste der 500 schnellsten Rechner der Welt gibt es erstmals seit anderthalb Jahren wieder einen Führungswechsel. Der erste Petaflops-Supercomputer "Roadrunner" liegt knapp hinter dem neuen Spitzenreiter "Jaguar". Und ein GPU-getriebener Supercomputer aus China mischt die Top 10 auf.

Die vollständige Top-500-Liste wird erst am morgigen 17. November 2009 zum Start der Konferenz "SC09" veröffentlicht, die neue Top 10 liegt jedoch schon vor. Daraus geht hervor, dass Crays Jaguar als zweiter Rechner, der bisher 1 Petaflop/s erreichte, nun die Spitze übernommen hat.

Seine Opteron-Quad-Cores mit 2,3 wurden gegen Sechs-Kern-Opterons mit 2,6 GHz aufgerüstet, insgesamt rechnen in der Maschine nun rund 250.000 Kerne, es hat damit seinen bisher geplanten Endausbau erreicht. Damit kommt das System des Oak Ridge National Laboratory auf 2,3 Petaflops - erst vor knapp 18 Monaten war die Grenze von 1 Petaflops geknackt worden.

Das geschah durch Roadrunner, ein Hybridsystem von IBM aus Opterons und IBMs Cell-Prozessor. Der Rechner des Los Alamos National Laboratory wird derzeit umgebaut und erreicht immerhin noch 1,04 Petaflops, bei der letzten Zusammenstellung der Top 500 waren es noch 1,105 Petaflops. Die detaillierten Messungen der neuen Top-500-Liste liegen noch nicht vor, daher fehlt auch noch die Angabe zur Leistungsaufnahme der Systeme. Bisher war Roadrunner energieeffizienter als Jaguar.

Die Opteron-Systeme von Cray sind aber weiterhin beliebt bei den Wissenschaftlern, die Supercomputer betreiben. Platz drei der neuen Top 500 ist nun ebenfalls von einer entsprechenden Cray-Maschine namens "Kraken" belegt, sie steht an der Universität von Tennessee. Kraken erreicht bisher 832 Teraflops, so dass er bald dritter Petaflops-Rechner werden könnte. Der schnellste europäische Supercomputer, "Jugene" im deutschen Forschungszentrum Jülich, kann mit 825,5 Teraflops den vierten Platz erreichen, er liegt also nur äußerst knapp hinter Kraken.

Schon auf Platz fünf folgt der erste chinesische Top-10-Supercomputer, "Tianhe-1" aus Tianjin, einer 10-Millionen-Provinz südöstlich von Peking. Seine genaue Rechenleistung ist noch unbekannt, einer Mitteilung der staatlichen Nachrichtenagentur Interfax zufolge soll er im Vollausbau 1 Petaflops erreichen können. Die Nachrichtenagentur Xinhua gab bisher 563,1 Teraflops an. Tianhe ist der erste Top-10-Supercomputer, der seine Rechenleistung aus GPUs zieht. Laut Xinhua besteht er aus 6.144 Xeons, die 5.120 AMD-GPUs steuern. Dabei soll es sich anderen Berichten zufolge um Karten vom Typ Radeon HD 4870 X2 handeln.  (nie)


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