Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0911/71054.html    Veröffentlicht: 09.11.2009 12:18    Kurz-URL: https://glm.io/71054

Firefox wird fünf

Der Mosaic-Killer hat es geschafft

Am 9. November 2004 erblickte Mozillas Firefox mit der Versionsnummer 1.0 das Licht der Welt, oder besser des Internet. Seither erobert der alternative Browser Nutzer und sorgt für Fortschritt im Netz.

Die Wurzeln von Mozillas Firefox liegen weiter zurück als der 9. November 2004, an dem die Version 1.0 des Browsers veröffentlicht wurde - der erste Browser von Mozilla, der den Status "fertig" erreichte. Der Browser blickt auf eine turbulente Vergangenheit zurück. AOLs Netscape-Browser veraltete und wurde fast bedeutungslos, neue Webtechnologien machten es ihm schwer. Aus Netscape wurde die Browsersuite Mozilla, ein letzter Versuch, mit der Öffnung der Codequellen den Browser am Leben zu erhalten. Beim Mozilla war man sich noch sicher: "Es ist alles da".

Wie der Netscape Communicator verfügte die Mozilla-Suite unter anderem über einen E-Mail-Client, der heute als Mozillas Thunderbird bekannt ist. Browser und Mailprogramm wurden 2003 voneinander getrennt, weil der Code und das Programm zu träge wurden und das Mozilla-Projekt nicht in Gang kam. Der Browser Phoenix mit dem Codenamen Pescadero wurde geboren. Ein eigenständiger Browser ohne E-Mails, ohne WYSIWYG-Editor und ohne Chatprogramm. Schlank, klein und modern.

Dann folgten zwei Umbenennungen des Browsers. Phoenix war schon vergeben und so nannte sich der Browser zunächst Firebird. Kurz darauf jedoch, um der Verwechslungsgefahr mit der Datenbank Firebird zu entgehen, bekam er den Namen Firefox. Das war ein halbes Jahr vor der eigentlichen Fertigstellung von Firefox.

Mozillas Firefox hat das geschafft, was Operas gleichnamigem Browser nie gelungen ist. Firefox hat den Markt umgekrempelt, Microsoft dazu genötigt, wieder mehr Zeit in seinen Browser zu stecken und den Webdesignern endlich die Möglichkeit gegeben, alte Zöpfe abzuschneiden und sich mit damals modernen Webtechniken zu beschäftigen.

Mit Firefox hatte der Großteil der Nutzer beim Browser endlich wieder die Wahl. Nicht nur IT-Fachkräfte wechselten zu Firefox. Laut Mozilla nutzen ihn heute in Deutschland 40 Prozent aller Anwender. Unter den Lesern von Golem.de waren es im Oktober 2009 gut 58,3 Prozent.

Durch die neue Wahlfreiheit bekamen auch andere Browser Aufmerksamkeit, sei es Opera, Safari, Konqueror oder Googles Chrome. Alle Browser, ja sogar der Internet Explorer 8, haben qualitativ zugelegt und sorgen dafür, dass das Internet deutlich zugänglicher ist, als es noch vor fünf Jahren der Fall war.

Dass der Nutzer auf eine Seite trifft, die für den Internet Explorer "optimiert" wurde und in allen anderen Browsern nur Murks anzeigt, ist heute selten geworden. Dieses bessere Web ist ein Verdienst von Mozillas Firefox.

Einen neuen Browser zum heutigen Jubiläum gibt es indes nicht. Die erste Beta von Firefox 3.6 ist aber vor ein paar Tagen erschienen, der neue Browser soll noch in diesem Jahr fertig werden.  (ase)


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