Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0911/70922.html    Veröffentlicht: 03.11.2009 16:59    Kurz-URL: https://glm.io/70922

VIAs Nano erreicht 2 GHz und wird 20 Prozent schneller (Upd)

Mehr Tempo durch SSE4

Mit der neuen Serie "Nano 3000" schickt VIA schon die zweite Generation seiner sparsamen x86-Prozessoren ins Rennen um die Vorherrschaft bei Netbooks, Nettops und winzigen Servern. Noch fehlen wichtige technische Daten, erste Benchmarks sind jedoch vielversprechend.

Wie die ersten Nanos basieren auch die neuen Prozessoren auf der Isaiah-Architektur, die gegenüber dem älteren VIA C7 eine vollständige Neuentwicklung ist. Die wichtigste Erweiterung bei den sechs neuen Nano-CPUs von 1,0 bis 2,0 GHz ist die Unterstützung für den von Intel lizenzierten Befehlssatz SSE4. Gerade bei einer Single-Core-CPU wie dem gegenwärtigen Nano mit vergleichsweise kleinen Caches können die SSE-Befehle viel Rechenleistung bringen, wenn die Software darauf abgestimmt ist.

Das ist auch bei vielen Benchmarks der Fall, und so zitiert VIA nun nicht mehr etwas merkwürdige Programme wie bei der ersten Vorstellung der Nanos, sondern Standard-Benchmarks. Bei gleichem Takt soll der Nano 3000 gegenüber seinem Vorgänger etwa im Cinebench R10 schon 19 Prozent schneller sein, bei 3DMark06 immerhin 22 Prozent.

Konfiguration der Testplattformen
Konfiguration der Testplattformen
Die von VIA durchgeführten Benchmarks basieren zwar auf vergleichbaren Ausstattungen, wie in der Bildergalerie wiedergegeben ist. Die Prozessoren selbst sind jedoch trotz gleichen Taktes eher Äpfel und Birnen.

VIA führt stets den Vergleich von Intels Atom N270, seinem ersten Nano und dem Nano 3000 bei jeweils 1,6 GHz an. Die Leistungsaufnahme unter Last (TDP) für den neuen Prozessor nennt sein Hersteller jedoch nicht, dabei dürfte der Unterschied eklatant sein: Der erste Nano brauchte bei 1,6 GHz ganze 17 Watt, ein Atom N270 nur 2,5 Watt.

Die Chipsätze spielen hier zwar eine Rolle, doch laut Intels Datenblättern hat auch die Kombination aus Atom N270 und 945GSE sowie der Southbridge ICH7 eine TDP von 11,8 Watt. Bei der aktuell häufig in Netbooks zu findenden Kombination aus Atom Z520 (bei allerdings nur 1,33 GHz) und dem Chipsatz US15W sind es sogar nur 4,3 Watt.

Der Nano wird jedoch oft mit dem hauseigenen Baustein VX800 samt Chipsatzgrafik gepaart, dessen TDP ebenfalls nicht bekannt ist - dafür bietet der VX800 aber laut VIA volle HD-Beschleunigung bis 1080p mit 40 MBit/s. Das beherrschen Intels Stromsparchipsätze noch nicht.

Auch auf den Produktseiten zu den Nano-Prozessoren gibt es noch keine Angaben zur Leistungsaufnahme der neuen CPUs, an vielen Stellen seiner Webseite nennt VIA aber die "Idle Power", also den Energiebedarf ohne Last. Nur 100 Milliwatt benötigen die neuen Nanos bis 1,4 GHz, die Modelle mit 1,8 und 2,0 GHz aber schon 500 Milliwatt.

Blockdiagramm des Nano
Blockdiagramm des Nano
Ebenfalls noch unbeantwortet sind Fragen zur Strukturbreite und Cache-Ausstattung. Die bisherigen, von TSMC gefertigten Nanos wurden in 65-Nanometer-Technik gebaut und verfügten über je 64 KByte L1-Cache für Daten und Befehle und 1 MByte L2-Cache. Vermutlich hat VIA hier nichts geändert.

Schon mit den ersten Nanos konnte VIA bei Mobilrechnern einige Achtungserfolge erzielen, unter anderem fanden sie sich im Ideapad S12 von Lenovo oder dem NC20 von Samsung. Derart ausgestattete Mini-Notebooks wurden aber von ihren Herstellern noch nicht in allen Ländern angeboten.

Die Nano-Prozessoren der Serie 3000 sollen ab sofort in Musterstückzahlen für PC-Hersteller verfügbar sein, die Massenfertigung will VIA im ersten Quartal des Jahres 2010 aufnehmen. Preise nannte der Chiphersteller noch nicht. Ebenfalls für 2010 werden die ersten Dual-Cores von VIA erwartet.

Nachtrag vom 4. November 2009, um 9:50 Uhr:
Wie VIA auf Anfrage von Golem.de erklärte, sind die TDP-Werte der neuen Prozessoren noch nicht endgültig spezifiziert und fehlen deshalb in den bisherigen Unterlagen zu Serie Nano 3000. Insgesamt sollen die CPUs aber rund 20 Prozent sparsamer geworden sein, was sich besonders bei höheren Taktfrequenzen auswirken soll. So soll der Nano L3050 mit 1,8 GHz nun 20 Watt TDP aufweisen, gegenüber 25 Watt für den älteren L2100.  (nie)


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