Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0910/70796.html    Veröffentlicht: 28.10.2009 18:30    Kurz-URL: https://glm.io/70796

FCC befürchtet Knappheit im Funkspektrum

Fernsehfrequenzen sollen für drahtloses Internet genutzt werden

Die US-Regulierungsbehörde befürchtet, dass nicht genug Funkfrequenzen für drahtloses Breitbandinternet zur Verfügung stehen. Die Behörde erwägt deshalb, für die Fernsehübertragung reservierte Frequenzen unter den Mobilfunkanbietern zu versteigern.

Julius Genachowski, seit Januar 2009 Chef der US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC), hat davor gewarnt, dass für eine flächendeckende Versorgung mit drahtlosem Breitbandinternet nicht genug Funkfrequenzen da seien, berichtet das Wall Street Journal. Die FCC entwirft gerade einen Plan, wie die Verfügbarkeit von drahtlosem Breitbandinternet in den USA verbessert werden kann.

Fehlende Frequenzen

Es zeichne sich ab, dass nicht genügend Frequenzen verfügbar seien, sagte Blair Levin der Zeitung. Levin ist an der Breitbandplanung beteiligt.

Die FCC sucht nun nach weiteren Frequenzen. Eine Möglichkeit, die die Behörde erwägt, ist, einen Teil der Frequenzen, die für die digitale Fernsehübertragung reserviert sind, für die drahtlose Datenübertragung zu nutzen. Diese Frequenzen könnten dann unter den Mobilfunkanbietern versteigert werden.

Lohnende Versteigerung

Eine solche Umwidmung könnte sich finanziell für den Staat lohnen, hat der US-Verband der Unterhaltungselektronikhersteller, die Consumer Electronics Association (CEA), in einer Studie herausgefunden. Würde die FCC einen Großteil der Frequenzen an Mobilfunkbetreiber versteigern, könne sie mit über 60 Milliarden US-Dollar rechnen. Selbst wenn die FCC die Fernsehstationen entschädigen und von der terrestrischen Fernsehübertragung abhängige US-Haushalte bei der Finanzierung von Kabelanschlüssen unterstützen müsste, wäre das noch ein gutes Geschäft, so die CEA.

Ob sich die FCC tatsächlich für diese Variante entscheidet, ist offen. Der nationale Breitbandplan soll im Februar 2010 fertig sein.  (wp)


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