Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0910/70719.html    Veröffentlicht: 26.10.2009 17:50    Kurz-URL: https://glm.io/70719

Skype fordert Ende der Blockaden durch EU-Mobilfunkbetreiber

EU-Regulierer leisteten nur Lippenbekenntnisse

In einem wütenden Beitrag beschwert sich Skype über die bloßen Lippenbekenntnisse in der Europäischen Union zur Netzneutralität. Skype und andere Firmen würden "weiter willkürlich durch eine Reihe von Mobilfunkbetreibern blockiert", und die EU bliebe untätig.

Jean-Jacques Sahel, der Regulierungsverantwortliche bei Skype Europe, hat die Europäische Union aufgefordert, den Bekenntnissen zur Netzneutralität endlich Taten folgen zu lassen. In einem Blogbeitrag erklärt er, dass "Skype in mehreren EU-Ländern weiter willkürlich durch eine Reihe von Mobilfunkbetreibern blockiert wird". Dies betreffe auch Tausende von VoIP- und Peer-to-Peer-Anwendungen.

Im April 2009 hatte die EU-Kommission die nationalen Regulierer aufgefordert, gegen Unternehmen vorzugehen, die unter Ausnutzung ihrer Marktmacht innovative Dienste ausbremsen würden. Möglicherweise verstoße dies gegen EU-Wettbewerbsrecht, so die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. Doch bisher haben wir keine Taten der europäischen Behörden zur Ausmerzung dieser eklatanten Verletzungen der Freiheit der Internetnutzer gesehen", so Sahel weiter.

Die betroffenen innovativen Firmen, die VoIP, P2P oder Videostreaming anböten, könnten sich "anders als die großen Netzbetreiber keine Armeen von Lobbyisten leisten". Den Anwendern würde die freie Nutzung des mobilen Internets verwehrt, obwohl sie dafür bezahlen würden. Es habe zehn Jahre gedauert, bis die EU gegen überhöhte Roamingpreise bei Mobilfunk vorgegangen sei, weil der Markt nicht fähig war, dies zu regeln. So lange könne nicht noch einmal gewartet werden, sagte Sahel.  (asa)


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