Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0910/70275.html    Veröffentlicht: 06.10.2009 11:58    Kurz-URL: https://glm.io/70275

Schwarzkopien von Hörbüchern mit Wasserzeichen aufspüren

Dateien werden während des Downloads eindeutig markiert

Wer im Onlineshop Soforthoeren.de Hörbücher kauft und sie dann gratis im Internet verteilt, muss künftig mit Schadensersatzforderungen rechnen. Während des Downloads werden die Dateien mit Daten des Käufers markiert.

CoSee, eine Ausgründung des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie, bringt einen verbesserten Kopierschutz für Hörbücher auf den Markt. Ein Audiowasserzeichen erlaubt es nun, Schwarzkopien von Hörbüchern im Internet mit der Suchtechnologie "Mediasearch Framework" aufzuspüren, um die registrierten Kunden dann privatrechtlich zu verklagen.

Einschränkungen für den Nutzer durch Kopierschutzmechanismen soll es nach den Angaben des Unternehmens nicht geben. Während des Kaufs werden beim Download in die Dateien Informationen über den Kauf und den Käufer eingebettet. Die Zeitverzögerung sei gering, so der Hersteller.

Erster Kunde ist der Hörbuchanbieter Diderot Media, der die zehn Toptitel in seinem Onlineshop Soforthoeren.de ab der Frankfurter Buchmesse 2009 mit den Fraunhofer-Audio-Wasserzeichen ausstatten wird. Der Anbieter übernimmt die Einbettung der Wasserzeichen selbst. Die Firma setzt die Fraunhofer-Wasserzeichen bereits seit 2005 ein, die automatisierte Internetsuche kommt jetzt neu hinzu.

Laut CoSee-Chef Patrick Wolf prüft die Mediasearch-Framework-Technik Tauschbörsen und Internetplattformen wie Youtube auf illegale Kopien. Das Verfahren funktioniere nicht nur mit Audiowasserzeichen, sondern sei auch für E-Books geeignet, sagte Wolf.

Laut Angaben des IT-Branchenverbands Bitkoms haben sich die Deutschen im Jahr 2007 rund 700.000 Hörbücher auf ihre Computer und mobilen Endgeräte geladen. Das waren 53 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Anbieter erzielten einen Umsatz von 7 Millionen Euro: ein Zuwachs von 32 Prozent. Der Durchschnittspreis pro Exemplar lag zu der Zeit bei 10,42 Euro.  (asa)


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