Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0910/70226.html    Veröffentlicht: 02.10.2009 18:48    Kurz-URL: https://glm.io/70226

Autoakku-Reichweite: 500 Meilen

IBM ruft Forschungsprojekt für Autoakkus ins Leben

IBM hat mit mehreren renommierten Forschungsinstitutionen in den USA ein Forschungsprojekt zu Lithium-Sauerstoff-Akkus ins Leben gerufen. Ziel des Battery 500 Projects sind Energiespeicher, die Elektroautos eine Reichweite von 800 km ermöglichen.

Elektroautos sind leise und umweltfreundlich - aber sie kommen nicht weit. Spätestens nach 150 km ist Schluss. Damit Elektroautos einen gleichwertigen Ersatz für benzingetriebene Autos sein können, brauchen sie eine erheblich größere Reichweite.

IBM hat deshalb kürzlich ein Forschungsprojekt für Autoakkus ins Leben gerufen. Der Name ist Programm: Battery 500 Project. Es geht darum, Akkus zu entwickeln, die ein Reichweite von 500 Meilen, also 800 km ermöglichen.

Problem Energiedichte

Das Problem sei die Energiedichte der Akkus, erklärt Chandrasekhar Narayan, der den Bereich Forschung und Technik am IBM Almaden Research Center leitet. "Die Energiedichte - das ist das Verhältnis von Energie, die ein Lithium-Ionen-Akku pro Gewichtseinhheit speichert, also Energie pro Kilo Akku - reicht nicht aus, um ein Familienauto mit einer Reichweite von 300 bis 500 Meilen zu bauen." Der Akku des Tesla Roadster etwa habe eine Energiedichte von etwa 150 Wattstunden pro Kilogramm. Gebraucht würden aber Akkus, so Narayan, deren Energiedichte das Zehnfache und mehr betrage.

Im Rahmen des Battery-500-Projektes sollen solche Akkus entwickelt werden. Das werden jedoch keine Lithium-Ionen-Akkus sein, wie sie heute eingesetzt werden, sondern Lithium-Sauerstoff-Akkus. "Wir verstehen die Lithium-Sauerstoff-Technologie noch nicht sehr gut. Sie steckt noch in den Kinderschuhen", sagt IBM-Mitarbeiter Carl Larson. Er geht davon aus, dass es zwei bis drei Jahre Forschungsarbeit bedarf, um herauszufinden, ob diese Technologie die Vorgaben des Projektes erfüllen kann.

An dem Projekt werden sich neben dem IBM Almaden Research Center mehrere Universitäten, darunter die Universität von Kalifornien in Berkeley, sowie Forschungslabore des US-Energieministeriums beteiligen. Im Sommer hatte Narayan angekündigt, IBM wolle Autoakkus entwickeln.  (wp)


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