Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0909/70056.html    Veröffentlicht: 24.09.2009 22:10    Kurz-URL: https://glm.io/70056

Commander La Forge erklärt die Fernsehzukunft

Star-Trek-Darsteller LeVar Burton stellt Intels neuen TV-Chip vor

Mit einer ruhigen Wohnzimmerszene begann die erste Keynote des letzten IDF-Tages 2009. Intel-Vize Eric Kim stellte das neue SoC für Internet, Video und Adobes Flash in einem Fernseher vor. Neben ihm saß, zunächst unbemerkt, LeVar Burton, der in "Star Trek: The Next Generation" den Chefingenieur Geordi La Forge spielte.

Burton und Kim stellten eine Szene dar, in der zwei Freunde gemeinsam fernsehen, natürlich eine Folge ("Mirror, Mirror") aus der ersten Star-Trek-Serie. Dabei nutzten sie die interaktiven Funktionen, die Intels SoCs auf den Fernseher bringen sollen - was bisher aber nur von wenigen erhältlichen Geräten genutzt wird. Intel hatte vor einem Jahr sein erstes SoC "Canmore" (CE3100) vorgestellt, nun soll diesen Chip das Design "Sodaville" (CE4100) ablösen.

Ob Sodaville schon in dem Demogerät lief und die dargestellten Szenen live berechnet oder vorab als Video aufgezeichnet worden waren, erklärte Kim nicht. Die gezeigten Funktionen entsprachen jedoch dem, was viele Nutzer von einem vernetzten Fernseher erwarten. Zusätzliche Informationen, die über EPG-Daten hinausgehen, ließen sich abrufen, ebenso wie ein dreidimensional dargestelltes Fernsehprogramm, das Vorschaubilder anzeigte. In diesem Super-EPG konnte auch in Windeseile gescrollt werden, zudem ließen sich alle Wiederholungen einer Serie mit einem Knopfdruck anzeigen oder zur Aufzeichnung programmieren - Letzteres beherrschen aber auch schon viele günstige Festplattenrekorder. Was diese jedoch nicht können, ist eine Videokonferenz per Internet, während das Programm weiterläuft.

Eric Kim führte das mit Intels CTO, Justin Rattner, über den vernetzten Fernseher vor. Dabei erschien zuerst ein kleines Fenster, das darauf hinwies, dass Rattner dieselbe Sendung sieht und mit Kim darüber sprechen will. Vermutlich wäre dann auch ein Chat möglich, Kim benutzte jedoch während der gesamten Demonstration keine Tastatur, die Vorführung war ganz offensichtlich auf die einfache Nutzung der Funktionen per Fernbedienung getrimmt.

Die beiden Intel-Manager unterhielten sich über ein eingeblendetes Fenster über typische Fragen von Star-Trek-Fans ("braucht man mit jedem Besetzungswechsel eine neue Dimension?"), während das Programm weiterlief.

Im vorigen Jahr hatte Intel mit seinem ersten TV-SoC nur die Verwendung von Widgets etwa für RSS-Schlagzeilen und den Wetterbericht gezeigt. Die jetzigen Vorführungen gingen weit darüber hinaus. Insbesondere fiel die schnelle und unaufdringliche Benutzeroberfläche auf, die so wirkte, als sei sie schon für andere Eingabegeräte als eine Fernbedienung vorbereitet. So ließ sich beispielsweise die auf einer nach links und rechts verschiebbaren Walze angebrachte Vorschau von Sendungen beliebig drehen - das wäre mit einer Gestensteuerung oder einem Trackball noch einfacher.

Wie Eric Kim später erklärte, war diese Oberfläche komplett mit Flash 10 gebaut. Die Rechenleistung des neuen CE4100 und auch dessen Grafikkern sollen dafür leicht ausreichen. Bei seinen neuen SoC will Intel den Takt der Grafik verdoppelt haben, zudem ist nun kein Pentium-M-Kern (Banias), sondern ein Atom integriert. Der in 45 Nanometern Strukturbreite gebaute Chip beherbergt weiterhin einen Speichercontroller für DDR2/3 und Decoder für Full-HD-Video bis 1080p mit zwei Streams. Diese festen Funktionseinheiten dürften auch für die gezeigten Videokonferenzfunktionen verantwortlich sein, auch wenn Intels Unterlagen bisher nur von der Erfassung von unkomprimiertem HD-Video sprechen. Ob sich damit eine HD-Kamera wie eine Webcam benutzen lässt, ist noch nicht gesichert.

Der CE4100 alias Sodaville wird laut Intel ab sofort ausgeliefert. Weitere Angaben, vor allem zu den Kunden aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik, gibt es noch nicht.  (nie)


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