Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0909/70000.html    Veröffentlicht: 22.09.2009 22:48    Kurz-URL: https://glm.io/70000

Intel zeigt Larrabee (Update 2)

Larrabee kommt erst als diskrete Grafikkarte, später im Prozessor

Intel hat auf dem IDF Larrabee erstmals offiziell in Aktion gezeigt. Die Chiparchitektur soll Basis einer neuen Generation von Grafikkarten sein.

Sean Maloney, seit kurzem Chef von Intels Architecture Group, zeigte Larrabee während seiner IDF-Keynote in einem System mit Gulftown-Prozessor, Intels kommendem High-End-Prozessor für Spielerechner mit sechs Kernen. Gulftown soll 2010 unter der Marke Core auf den Markt kommen, vermutet wird dafür der Name "Core i9", den Intel aber bisher nicht bestätigte.

Larrabee bezeichnet Intel selbst als eine Familie zukünftiger, auf Grafik ausgerichteter Co-Prozessoren. Erste Testsysteme stehen bereits bei einigen wichtigen Entwicklern. Dabei bestätigte Intel auch, dass Larrabee zunächst in Form diskreter Grafikkarten auf den Markt kommen soll. Es sei aber auch möglich, dass die Larrabee-Architektur künftig auch direkt in Prozessoren integriert werde, so Intel vage.

Die erste öffentliche Vorführung von Larrabee verlief jedoch genauso enttäuschend, wie viele Kritiker sie erwartet hatten. Intels Chefwissenschaftler für Grafikforschung, Bill Mark, zeigte eine statische Szene aus dem auf Raytracing umgesetzten "Quake Wars: Enemy Territory". Daniel Pohl, von dem der Code maßgeblich stammt, durfte die Demonstration nicht selbst leiten.

Mark betonte die einfache Spiegelung der Objekte in der Wasseroberfläche, was nur zehn Zeilen Shader-Code erfordern soll. Das ist jedoch ein bekannter Raytracing-Effekt - eine Vorführung von Larrabee mit einer DirectX- oder OpenGL-Anwendung wäre wesentlich eindrucksvoller gewesen. In beiden Bereichen hat Intel mit den Treibern für Larrabee das nachzuvollziehen, was AMD/ATI und Nvidia in den letzten 15 Jahren vorgelegt haben.

Sean Maloney hatte die Larrabee-Demo während seiner Keynote noch geheimnisvoll angedeutet, einige Stunden zuvor waren die Skripte seiner Rede aber bereits im Pressezentrum auf dem IDF aufgetaucht - ob Panne oder Absicht, ist noch nicht klar.

Mit so viel Vorschusshype, der nun auch von Intel angefacht wurde, war das erste öffentliche Auftreten von Larrabee umso ernüchternder. Die wenigen bewegten Objekte der Szene ruckelten über die Leinwand, was erkennbar nicht am Beamer lag. Schon die im Juni gezeigten Vorführungen desselben Spiels, und dabei noch auf nur acht CPU-Kernen, waren wesentlich eindrucksvoller.

Auch zum Marktstart von Larrabee gab es keine konkreten Aussagen. "Im nächsten Jahr", also 2010, ist Intels einzige Angabe dazu.  (nie)


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