Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0909/69938.html    Veröffentlicht: 24.09.2009 07:16    Kurz-URL: https://glm.io/69938

Gnome 2.28 mit Bluetooth-Tools und Webkit erschienen

Nächste Version soll bereits Gnome 3.0 sein

Der Unix- und Linux-Desktop Gnome ist in der Version 2.28 erschienen. Gnome 2.28 enthält nun offiziell die Bluetooth-Werkzeuge und der Browser Epiphany verwendet Webkit als Rendering Engine.

Der Browser Epiphany wurde schon vor längerer Zeit auf Apples HTML-Rendering-Engine Webkit portiert. Schon in Gnome 2.26 hätte diese Webkit-Version ausgeliefert werden sollen, was aber verschoben wurde. Der Epiphany in Gnome 2.28 nutzt Webkit nun - den Gecko-Port gibt es aber auch weiterhin. Laut der Entwickler hat die Webkit-Variante noch Betaqualität.

Epiphany kann in Javascript geschriebene Erweiterungen nutzen. Dafür wurde die Unterstützung der Python-Erweiterungen entfernt. Nach Angaben der Entwickler sollen in der aktuellen Browserversion ein paar alte Probleme auftauchen, die schon einmal behoben wurden.

Das Zeiterfassungsapplet Hamster erhielt eine überarbeitete Oberfläche und bietet Statistiken. Außerdem sind nun Schaltflächen vorhanden, um Kategorien und Aktivitäten zu ändern. Der Export nach iCal, XML und TSV ist ebenfalls neu.

Zu den im Juli 2009 neu in Gnome aufgenommenen Modulen zählen die Bluetooth-Werkzeuge. Für die meisten Nutzer bedeutet das allerdings keinen erkennbaren Unterschied, da die Linux-Distributionen diese Tools in der Regel schon lange mitliefern.

Die Webcam-Anwendung Cheese erhielt einen Serienbildmodus und es lassen sich Helligkeit, Kontrast und ähnliche Werte ändern. Der Dokumentenbetrachter Evince unterstützt Anmerkungen und stellt nach einem Absturz die Sitzung wieder her.

Der Gnome Power Manager soll besser mit Notebooks umgehen können, die mehr als einen Akku nutzen. Bei Helligkeitsänderungen wird ein OSD-Modus verwendet und Festplatten werden mit Devicekit in den Ruhezustand versetzt.

Der Videoplayer Totem kann mit "." von Frame zu Frame navigieren und unterstützt dank GStreamer-Backend eine DVD-Navigation. Das Xine-Backend wurde entfernt. Die Wiedergabe kann Totem an der letzten Position fortsetzen.

Größere Änderungen erfuhr der Instant Messenger Empathy. Die Entwickler haben die Kontaktliste überarbeitet, so dass es ein neues Widget gibt, um die eigene Verfügbarkeit einzustellen. Audio- und Videoanrufe lassen sich direkt starten und Videos können nun im Vollbild angezeigt werden. Über den VNC-Client Vinagre können Desktopsitzungen für Kontakte freigegeben werden. Zur Gestaltung der Chatdialoge gibt es mehr Themes. Außerdem können Adium-Themes genutzt werden. Wird der eigene Name in Chaträumen genannt, markiert Empathy den entsprechenden Tab farbig. Über die Integration der neuen Geolocation-Funktion kann die eigene Position mit Geoclue an XMPP-Kontakte gesendet werden.

Weitere Änderungen gibt es beispielsweise am Screenreader Orca, der die strukturierte Navigation in Openoffice.org unterstützt. Das Brennprogramm Brasero nutzt die Libunique und läuft damit nur noch mit einer Instanz.

Die Gnome-System-Tools nutzen Policykit, womit auch Nutzer ohne Root-Rechte gegebenenfalls bestimmte Optionen ändern können.

Gnome 2.28 steht ab sofort zum Download bereit und wird in den nächsten Versionen der Linux-Distributionen Ubuntu, Fedora und Opensuse enthalten sein.

Gnome 3.0 in Vorbereitung

Die Entwickler fangen nun mit der Arbeit an Gnome 2.29 an. Die wird dann bereits zu Gnome 3.0 führen. Für Gnome 3.0 haben die Entwickler größere Änderungen angekündigt: Neu wird die Gnome-Shell sein. Dabei setzt das Gnome-Projekt auf sogenannte Activities und übernimmt die Funktionen von Panel und Window-Manager. Nutzer öffnen über die Gnome-Shell Anwendungen und Dateien und können zwischen Fenstern und ganzen Arbeitsflächen wechseln.

Gnome Zeitgeist soll anstelle des klassischen Dateimanagers verwendet werden und Dateien beispielsweise nach Datentyp, Erstellungsdatum oder nach Schlagworten organisieren. Das ersetzt die Ordneransicht.  (js)


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