Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0909/69935.html    Veröffentlicht: 18.09.2009 14:50    Kurz-URL: https://glm.io/69935

Microsoft verklagt Unternehmen wegen Scareware-Vertrieb

Softwarehersteller will Verbreitung betrügerischer Anzeigen eindämmen

Microsoft hat gestern in den USA fünf Unternehmen verklagt, die mittels Onlinewerbung sogenannte "Scareware" vertrieben haben. Microsoft will mit den Klagen gegen die Flut betrügerischer Werbeanzeigen vorgehen.

Am Wochenende hatte es die New York Times erwischt. Mit Hilfe einer manipulierten Werbeanzeige gaukelten Betrüger den Lesern der renommierten US-Tageszeitung vor, ihr Computer sei mit einem Virus infiziert. Dazu wurde den Lesern ein Pop-up-Fenster präsentiert, in dem neben einer Virenwarnung ein Link zu einer anderen Website angezeigt wurde. Hinter diesem Link verbarg sich jedoch nicht die versprochene Antivirensoftware, sondern Schadsoftware.

Zwischenfälle mit "Scareware" haben sich in jüngster Vergangenheit gehäuft. Der Softwarehersteller Microsoft hat deshalb in den USA die Initiative ergriffen. Gestern reichte Microsoft Klagen gegen fünf Unternehmen ein, die "Schadsoftware verbreiten oder betrügerische Websites betreiben, die ahnungslosen Internetnutzern Scareware andrehen". Das berichtet Microsoft-Rechtsberater Tim Cranton in einem Blogeintrag.

Von den Klagen betroffen sind die Unternehmen DirectAd Solutions, Soft Solutions, qiweroqw.com, ote2008.info und ITmeter. Da die Firmeninhaber nicht namentlich bekannt sind, klagt Microsoft gegen unbekannt. Cranton erklärt, dass sich Microsoft von den Klagen erhoffe, die Verbreitung betrügerischer Anzeigen in Zukunft eindämmen zu können.

Sicher ist, dass der Weg über die Gerichte langwierig ist. Einen schnelleren Schutz bieten Werbe- und Pop-up-Blocker für den Webbrowser. [von Robert A. Gehring]  (ji)


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