Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0908/69419.html    Veröffentlicht: 28.08.2009 14:50    Kurz-URL: https://glm.io/69419

Dell und HP springen Microsoft gegen Word-Verkaufsverbot bei

Neue Softwareversionen hätten Folgen für Hersteller

Dell und Hewlett-Packard haben sich in den Patentrechtsstreit zwischen Microsoft und der kleinen kanadischen Firma i4i eingeschaltet. Änderungen ihrer Softwareimages in der Fertigung wegen eines drohenden Word-Verkaufsverbots seien teuer und aufwendig, warnen die Konzerne.

Dell und Hewlett-Packard unterstützen Microsoft im Kampf gegen das drohende Verkaufsverbot der Textverarbeitung Word. Die beiden Computerhersteller haben ein US-Gericht ersucht, sie als Amicus in dem Widerspruchsverfahren zuzulassen. Als Amicus wollen die Konzerne an dem Gerichtsverfahren indirekt teilnehmen, weil sie durch eine Entscheidung in dem Rechtsstreit betroffen sind.

Im Patentrechtsstreit zwischen dem weltgrößten Softwarekonzern und der kleinen kanadischen Firma i4i hatte Richter Leonard Davis aus Tyler (Texas) am 11. August 2009 ein Verkaufsverbot für die Textverarbeitung Microsoft Word verhängt. Betroffen sind die Versionen 2003 und 2007 der Textverarbeitung sowie die kommende Version in Office 2010, mit denen sich .xml-, .docx- oder .docm-Dateien öffnen lassen. Microsoft soll zudem rund 240 Millionen US-Dollar an i4i zahlen. Das Verkaufsverbot wird am 10. Oktober wirksam. Microsoft kann dem mit einem erfolgreichen Widerspruch, einer außergerichtlichen Einigung oder einem Workaround entgehen.

Verkaufsverbot betrifft nicht nur Microsoft

"Hewlett-Packard ist ein großer Anbieter der Microsoft-Word-Software", heißt es in den Papier. Die Anordnung des texanischen Gerichts betreffe "bei weitem nicht nur Microsoft". Die Software MS Word sei "allgegenwärtig" bei der Textverarbeitung und "gehört zu Computern, die Hewlett-Packard verkauft", schreiben die Konzernanwälte. Das Gericht möge daher bedenken, welche Folgen ein Verkaufsverbot für HP habe.

Die Software werde von HP auf die Notebooks und Desktop mittels getesteten und erprobten Images aufgespielt, von denen gesichert sei, dass sie mit allen Hardwarekomponenten zusammenarbeiteten. "Wenn Microsoft gezwungen wird, eine veränderte Version von Word für Hewlett-Packard Computer auszuliefern, müssen die HP Images verändert werden." Eine solche Änderung erfordere einen hohen Zeit- und Ressourceneinsatz für neue Tests. Dell benutzt in seiner Einreichung fast gleichlautende Formulierungen.  (asa)


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