Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0908/69367.html    Veröffentlicht: 27.08.2009 17:49    Kurz-URL: https://glm.io/69367

Roomba-Staubsaugerroboter werden günstiger (Update)

Die Technik bleibt weitgehend gleich, die Ausstattung ändert sich

Die Roomba-Roboter von iRobot sollen Wohnungen künftig günstiger staubsaugen, kommen dafür aber teils mit abgespecktem Zubehör. Viel Konkurrenz gibt es für die auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) 2009 präsentierten neuen Geräte bisher nicht - die meisten Hersteller beobachten den Markt nur.

Der Distributor Klein & More bringt auch die neuen Staubsaugerroboter Roomba 520, 555, 563 Pet und 581 als offizieller iRobot-Partner nach Deutschland und Österreich. Geändert haben sich aber laut Distributor nur die Modellnummer, die Softwareversion und die Ausstattung, nicht aber die Technik der Roombas. Damit sollen die Geräte preislich attraktiver werden, denn noch sind manuell zu betreibende Staubsauger deutlich billiger als die kleinen automatischen Helfer. Bei der Reinigung arbeiten die Roombas wie ein Staubsauger mit rotierenden Boden- und Seitenbürsten. Das ermöglicht auch das Putzen von Ecken.

Roomba 520 saugt auf Knopfdruck

Das neue Einsteigergerät für bis zu drei Räume ist der Roomba 520 für 299 Euro. Der Roomba 520 bietet drei Knöpfe, mit "Clean" fängt er die Reinigung an, mit "Dock" fährt er frühzeitig zurück zur Ladestation und mit "Spot" wird die kreisförmige Intensivreinigung eines kleinen Bodenbereichs gestartet. Durch die Wohnung fährt er automatisch, auch zur Ladestation, eine Zeit- oder Fernsteuerung gibt es aber wie beim Roomba 530 nicht.

Anders als beim baugleichen Roomba 530, der für 349 Euro verkauft wird, liegt dem 520er keine Virtual Wall bei. Mit diesen Infrarotsendern lassen sich Bereiche abtrennen, etwa um den Robotereinsatz auf einen Bereich zu begrenzen oder ihn davon fernzuhalten. Die Ladestation des 520er soll kompakter sein.

Roomba 555 auch mit Zeitsteuerung

Als nächsthöheres Modell wird der Roomba 555 den 560er ablösen und kostet 399 statt 429 Euro. Dafür verzichtet der Kunde auf zwei Virtual Wall Lighthouses, die den Roboter erst nach der kompletten Reinigung eines Zimmers ins nächste Zimmer lassen - eine Funktion die viele Kunden nicht genutzt haben sollen. Stattdessen liegen dem 555er nur zwei einfache Virtual Walls bei, die nicht auf den Reinigungsfortschritt reagieren. Der Roomba 555 kann anders als der 520er auch zeitgesteuert starten.

Roomba 563 Pet gegen Tierhaare

Für Tierbesitzer ist der Roomba 563 Pet für 429 Euro gedacht, bei dem es sich um einen Roomba 555 mit zwei wechselbaren Auffangbehältern handelt. Einer davon ist größer, um mehr Platz für Tierhaare, Katzenstreu, Trockenfutterreste und sonstigen Schmutz zu bieten, dann kommen aber nur die Bürsten und nicht der Staubsauger zum Einsatz. Für den zweiten Durchgang inklusive Staubsaugen wird der beutellose Schmutz- und Staubbehälter mitgeliefert, mit dem auch die anderen Roombas arbeiten.

Im Vergleich zum Roomba 562 Pet, der 459 Euro kostet, wird der 563 Pet nur mit zwei Virtual Walls anstatt mit zwei Virtual Wall Lighthouses geliefert. Die kompaktere Home Base liegt auch dem neuen Pet-Modell bei. Eine Zeitsteuerung wird ebenfalls unterstützt.

Roomba 581 auch mit Zeit- und Fernsteuerung

Das Roomba-Topmodell 581 ist ein umbenannter 580er, am Preis und an der Ausstattung ändert sich nichts: Für 499 Euro liegen unter anderem drei Virtual Wall Lighthouses mit Raum-zu-Raum-Funktion bei. Der Roomba 581 bietet neben der Tasten- und Zeitsteuerung auch eine Fernbedienung, mit der sich der Staubsaugerroboter ohne Gang zur Ladestation aktivieren und programmieren lässt. Die Virtual Wall Lighthouses schalten sich mit dem Roboter ein und aus.

Im Handel und auf der IFA

Die Modelle Roomba 520, 555, 563 Pet und 581 sind laut Distributor Klein & More ab September 2009 für 299 Euro, 399 Euro, 429 Euro und 499 Euro im Handel erhältlich. Die Geräte sind auf der IFA 2009 am Stand 106 in Halle 5.1 vom 4. bis 9. September 2009 in Aktion zu sehen. Das gilt auch für den Scooba.

Nichts Neues beim Wischroboter Scooba 385

Der Hersteller bietet mit dem Scooba 385 einen Wischroboter an, an dessen Ausstattung und Preis nichts geändert wurde. Es bleibt bei 429 Euro und einer Virtual Wall. Der Roboter kann zwar theoretisch 80 qm reinigen, sein Wassertank ist aber nur dafür ausgelegt, einen 40-qm-Raum in einem Durchgang zu reinigen.

Als Reinigungsflüssigkeit wird eine Speziallösung oder Essig verwendet. Laut Hersteller ist der Wischroboter für das Säubern von Fliesen, Linoleum, PVC und versiegeltem Parkett geeignet. Ein Einsatz auf unbehandeltem Holzboden ist hingegen nicht anzuraten.

Der Scooba legt auf Knopfdruck los, bewegt sich in Kreisbewegungen durch den Raum, versprüht die Flüssigkeit, bürstet den Boden, nimmt das Dreckwasser gleich wieder auf und lagert es gefiltert in einem separaten Tank. Jeden Bodenbereich überfährt Scooba etwa fünfmal, meidet Läufer und Teppiche und achtet auf unterschiedliche Ebenen und Treppen.

Der Stand der Technik - und was noch nicht geht

Die aktuellen Roombas und der Scooba halten mit einer Akkuladung insgesamt 3 Stunden durch, bevor sie wieder aufgeladen werden müssen. Der Ladezyklus dauert ebenfalls 3 Stunden. Die Roboter fahren dazu automatisch zur Ladestation. Bei automatischer Reinigung muss der Nutzer darauf achten, dass die Behälter regelmäßig geleert und die Filter sowie Bürsten sauber sind. Die runden Roboter haben einen Durchmesser von 33 cm und eine Höhe von rund 8 cm.

Wer etwa auf leisere iRobot-Geräte hofft, die sich auch selbst reinigen, wird wohl auf künftige Hardwaregenerationen warten müssen. Eine Ladestation, die nicht nur den Roboterakku auflädt, sondern auch den Auffangbehälter für den nächsten Einsatz vom gesammelten Dreck befreit, bietet zudem weiterhin nur iRobot-Konkurrent Kärcher mit seinem deutlich teureren RC 3000 Robocleaner. Ein Nachfolger dieses Staubsaugerroboters ist für 2009 nicht zu erwarten, das Gerät sei immer noch Stand der Technik, so ein Sprecher des Unternehmens gegenüber Golem.de.

Reinigungsroboter als Randerscheinung

Auch von anderen namhaften Herstellern scheinen in den nächsten Monaten keine Reinigungsroboter für den Hausgebrauch geplant zu sein. Die großen Staubsaugerhersteller beobachten den Markt derzeit nur - oder sind wie Siemens (VSR 8000) und Electrolux (Trilobite 2.0) wieder daraus ausgestiegen. Bei Miele gibt es zwar eigene Recherchen, die Geräte seien "selbstverständlich ein Thema" und die Konkurrenz werde beobachtet, aber es gebe nichts, was "in den Startlöchern" sei.

Auch Bosch hält sich zurück: "Die Bosch-Hausgeräte sind in diesem Segment nicht aktiv und planen derzeit auch keine derartigen Entwicklungen", so die offizielle Antwort auf die Frage nach Reinigungsrobotern.

Ähnliches ist auch von Dyson zu hören, die momentan nicht an der Entwicklung eines Staubsaugerroboters arbeiten. Allerdings sei in dem Bereich bereits Forschung und Entwicklung betrieben worden - "... unser RDD-Team um James Dyson kam aber zu dem Schluss, dass ein Roboter, der dann akkubetrieben sein müsste, nicht die konstante und hohe Saugleistung erbringen könnte, die wir von unseren Bodenstaubsaugergeräten erwarten."

Konkurrent iRobot hat das durch die Kombination aus Staubsaugen und Bürsten gelöst - was aber die manuelle Reinigung der Bürsten erfordert. Zudem gelten die Roombas trotz geringerer Saugleistung als nicht besonders leise. Bei automatischem Einsatz bei Abwesenheit der Besitzer dürfte das aber weniger stören.

IRobot bietet neben seinen Robotern für die Wohnung unter anderem die robusteren Geräte der teureren Roomba-Professional-Serie für den Büroeinsatz und auch den Dirt Dog für Ladengeschäfte, Keller und Terrassen. Der Dirt Dog wird ebenso wie die Garten- und Swimmingpoolroboter von iRobot in Deutschland nicht offiziell vermarktet.

Nachtrag vom 28. August 2009, um 13:20 Uhr:

Die ab September erhältlichen neuen Roombas kommen mit der Softwareversion 6. Daran ist laut Distributor neu, dass etwa die Sprach-Demo abgeschaltet und nun zwischen 16 verschiedenen Sprachen gewählt werden kann. Während die Robotergehäuse sich optisch nicht geändert haben, sollen beim Zubehör die Home Base, Virtual Walls, Virtual Wall Lighthouses und das Bürstenmodul nun anders aussehen.  (ck)


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