Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0003/6914.html    Veröffentlicht: 21.03.2000 13:50    Kurz-URL: https://glm.io/6914

Neue Spielekonsole - mit Linux und Breitbandzugang

Mehr für Erwachsene als für die ganze Familie

Eine mit vorkonfiguriertem Linux und Breitband-Internetzugang ausgestattete Spielekonsole hat das Anfang 2000 gegründete Unternehmen Indrema vor kurzem angekündigt. Basierend auf PC-Hardware, die in einem schicken Chrom-Gehäuse sitzt, soll die Indrema L600 sowohl leistungsfähige 3D-Spiele-Grafik als auch einen schnellen Internet-Zugang bieten.

Indrema L600
Indrema L600
Die L600-Spielekonsole soll das erste Produkt einer Serie von Heim-Entertainment-Systemen von Indrema werden. Sie verbindet digitales Audio, Video, Internet und 3D-Spiele der nächsten Generation. Trotz Linux soll die Inbetriebnahme und die Benutzung sehr einfach sein.

Die technische Ausstattung der Konsole kann sich sehen lassen, allerdings fällt sofort auf, dass ein CD- bzw. DVD-Laufwerk fehlt. Spiele oder sonstigen digitalen Content will Indrema demnach nur per Breitband-Netz einspielen. Dafür gibt's dann jedoch eine Festplatte mit ausreichend Speicherplatz. Zum 3D-Beschleuniger gibt es noch keine Angaben, allzu viele T&L-Grafikprozessoren gibt es jedoch noch nicht, so dass nur Chips von NVidia, ATI, Matrox oder - momentan eher unwahrscheinlich - S3 in Frage kommen.

Die technischen Details: Als Linux-Distribution wird das eigens entwickelte "DV Linux" aufgespielt, komplett mit Netscapes Mozilla-Browser, E-Mail-Applikation, den Spielen "Quake3: Arena" (in Deutschland indiziert) und Unreal Tournament, einem MP3/Video-Management und Wiedergabe-System sowie Software zum TV-Empfang. DV Linux unterstützt die Grafikschnittstellen Mesa3D, DRI und OpenStream.

Ab wann und für welchen Preis die Linux-Spielekonsole erhältlich sein wird, ist noch nicht bekannt. Da die meisten kommenden 3D-Grafikprozessoren erst im zweiten Halbjahr in ausreichenden Stückzahlen erhältlich sein werden, dürfte das Indrema-L600-Entertainment-System etwa zu diesem Zeitpunkt auf den Markt kommen.

Kommentar:
Obwohl Indrema auf seiner Website betont, eine Konsole für die ganze Familie anbieten zu wollen, dürfte man doch eher Linux- und Technik-Fans für sich gewinnen. Zudem sind die voraussichtlich mitgelieferten Spiele mehr für Erwachsende geeignet als für Kinder. Trotzdem ist die Konsole sehr interessant, da sie zu den ersten reinen Entertainment-Systemen auf Linux-Basis zählt.  (ck)


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