Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0908/69109.html    Veröffentlicht: 17.08.2009 17:10    Kurz-URL: https://glm.io/69109

Playstation Home wird verbessert

Home Development Kit 1.3 ermöglicht komplexere Home-Spaces

Sony Computer Entertainment steht kurz vor der Veröffentlichung des Home Development Kit (HDK) 1.3. Es soll komplexere Home-Spaces ermöglichen - und bereitet Playstation Home auf interaktive Gegenstände vor, die selbst Minispiele sind.

Die 3D-Welt Playstation Home dient als alternativer Zugang zu Spielen, ermöglicht es, diese mit eigenen Vorzimmern zu versehen, bietet Werbespiele sowie Minispiele und soll dem Spieleravatar gleichzeitig ein virtuelles Zuhause sein. In einem Vortrag auf der GDC Europa im Vorfeld der Gamescom 2009 hat das Home-Team seine von rund 6 Millionen PS3-Besitzern genutzte Gamingplattform vorgestellt.

Noch hat Home wenige Inhalte, die Nutzer auch dauerhaft anziehen können. Zu den Home Spaces, die das bewerkstelligen, zählen laut den Home-Entwicklern vor allem diejenigen Home Spaces, die selbst Minispiele sind, während die Räume mit virtuellen Videoleinwänden nur geringen Reiz ausüben. Zu den positiven Beispielen zählen die Home Spaces von Red Bull und Buzz.

Home Spaces mit aufwendigeren Minispielen ziehen an

Red Bull bietet ein innerhalb von vier Monaten entwickeltes Minispiel mit Flugakrobatik, das in Home die meisten wiederkehrenden Nutzer zählen soll. In Sonys eigener Quizwelt Buzz Studio können bis zu 64 Spieler gemeinsam Fragen beantworten, selbst stellen und bei besonderen Erfolgen auch Gegenstände freischalten. Der Buzz-Space ist dabei ebenfalls kostenlos, bringt aber laut Sony mehr Leute dazu, ein Buzz-Spiel zu kaufen.

Derzeit experimentieren die Entwickler damit, wie sich in Home Geld verdienen lässt. Dabei gibt es für jedes Land unterschiedliche Vorgaben zum Verhältnis von kostenlosen und kostenpflichtigen Inhalten, Sony Computer Entertainment will für eine gute Balance sorgen.

Das Home-Entwicklerpaket HDK steht zum kostenlosen Download zur Verfügung - selbst entwickelte Home Spaces lassen sich auch auf Testsystemen und nicht nur auf Entwicklermaschinen ausprobieren. Zudem können die Home Spaces über ein Webinterface in eine separate Sandbox gespielt und so ausprobiert werden.

Der Weg zum eigenen Bereich in Home

Ist ein Home Space reif für die Veröffentlichung, geht er nach einer Qualitätssicherung von Sony Computer Entertainment online. Momentan wird Home etwa ein- bis zweimal pro Woche erweitert.

Laut Home-Entwicklungsleiter James Cox ist es für Einsteiger auch vertraglich viel einfacher, für Home zu entwickeln als direkt für die Playstation 3. Am Home Space für das PSN-Minispiel Burn Zombie Burn hat beispielsweise nur ein Entwickler aus persönlichem Interesse zwei Monate lang gearbeitet - und nach der Veröffentlichung in Home seien die Burn-Zombie-Burn-Verkaufszahlen gestiegen. Publisher wie EA arbeiten hingegen mit deutlich größeren Home-Teams.

Home Development Kit 1.3 wird vieles ändern

Auf die aktuelle HDK-Version 1.2.3 soll bald die 1.3 folgen - Cox beschreibt sie als die bisher wichtigste Veröffentlichung seit Bestehen des HDK. Ab dem HDK 1.3 sollen sich deutlich komplexere Home Spaces entwickeln lassen - vor allem wird die Einführung von aktiven Gegenständen vorbereitet. Home-Gegenstände lassen sich mit LUA-Scripten und Minispielen interaktiv machen.

Cox zufolge befinden sich diese Active Items aber mit dem HDK 1.3 noch im Testlauf und sollen erst ab der nachfolgenden HDK-Version für Home freigeschaltet werden und dann nicht mehr nur auf die Sandbox beschränkt sein. Im Einzelfall will das Home-Team aber die Minispiel-Gegenstände früher über Home allgemein zugänglich machen.

Das HDK 1.3 wird es Entwicklern zudem ermöglichen, auf einen Schlag viele sich nur leicht voneinander unterscheidende Kleidungsstücke zu generieren. Erstmals wird es zudem auch möglich, Outfits zu entwickeln, die sich über zwei benachbarte Körperzonen erstrecken. Ein von Entwicklern oft gefordertes Character Viewing Tool dient zur bequemen Figurenvorschau.

Neu sind auch drei verschiedene Sitzhöhen für Möbel, was in späteren HDK-Versionen auf beliebige Sitzhöhen verändert werden könnte. Außerdem lassen sich ab dem HDK 1.3 eigene Animationen für die Avatare nutzen, während ein prozedural generierter und damit speichersparender virtueller Himmel für mehr Stimmung sorgen soll.

Virtuelle Welt mit Grenzen

Neue Beschränkungen gibt es zwar auch, da bei bis zu 64 gleichzeitigen Nutzern pro Instanz auf sorgfältiges Ausbalancieren geachtet werden muss. Neue Tools - darunter ein Batch-Validator - helfen aber laut Cox dabei, beim Speicher- und Bandbreitenverbrauch im Rahmen der QA-Spezifikatonen zu bleiben.

Zwar lassen sich auch Echtzeitspiele innerhalb von Home realisieren, diese müssen aber ebenso auf niedrige Bandbreitennutzung ausgelegt sein wie rundenbasierte Spiele.

Einen Termin für das HDK 1.3 nannte Cox noch nicht, es soll aber kommen. Interessierte Entwickler können sich unter www.scedev.net anmelden, dort finden sich HDK, Demo-Code und Anleitungen.

 (ck)


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