Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0908/69069.html    Veröffentlicht: 17.08.2009 09:49    Kurz-URL: https://glm.io/69069

Miavojo: GPS-Überwachung mit Handyfunktion

Gerät dient zur Überwachung von Kindern oder pflegebedürftigen Personen

Das Unternehmen Miavojo bringt ein Gerät mit GPS-Tracking und einfachen Handyfunktionen auf den Markt. Mit dem Mambo 2 Personal Edition werden Nutzer angesprochen, die Angehörige überwachen wollen. Das Gerät besitzt eine Alarmfunktion, um in Notsituationen schnell und unkompliziert Hilfe zu rufen.

Mit der Mambo 2 Personal Edition will Miavojo Kunden gewinnen, die darüber informiert sein wollen, wo sich Angehörige aufhalten. Damit lassen sich die Wege von Schulkindern, pflegebedürftigen Personen oder Senioren überwachen. Vorausgesetzt natürlich, dass sie das Gerät immer und überall bei sich tragen und darauf achten, dass der Akku immer ausreichend gefüllt ist. Das Gerät besitzt eine einfach auszulösende Alarmfunktion, die den Geräteverwalter informieren kann. Insgesamt liefert es nur einen sehr beschränkten Funktionsumfang, um einerseits die Bedienung einfach zu halten und andererseits eine missbräuchliche Nutzung zu verhindern. Parallel zu diesem Gerät bietet der Hersteller auch eine Ausführung für Sportler, die damit einen digitalen Trainigsassistenten mit Alarmfunktion erhalten.

Der Überwacher kann auf der Miavojo-Webseite jederzeit die aktuelle Position des Geräts einsehen. Die GPS-Koordinaten werden über eine GPRS-Verbindung an den Miavojo-Server übertragen. Der Datenverkehr ist nicht im Preis enthalten und muss separat bezahlt werden. Der Anbieter gibt an, dass nicht viele Daten übermittelt werden, so dass bei einem günstigen Datentarif mit Volumenberechnung nur geringe Kosten entstehen. Bei Prepaid-Anbietern wie Aldi Talk oder Simyo würden monatliche Kosten von 2,50 Euro für rund 10 MByte an Daten errechnet.

Der Miavojo-Dienst protokolliert, welche Wege ein Gerät nimmt und zeigt, wenn sich der GPS-Empfänger bewegt. Wenn zwischendurch kein GPS-Empfang etwa in U-Bahnen möglich ist, versucht der Dienst diese Route automatisch zu vervollständigen, sobald das Gerät wieder ein GPS-Signal hat. Die beiden Wegpunkte werden nur per Luftlinie miteinander verbunden, der tatsächlich zurückgelegte Weg wird also nicht ersichtlich. Unverständlicherweise zeigt der Miavojo-Dienst nicht, wenn so eine Wegstrecke nicht beobachtet, sondern nur berechnet wurde.

Wenn längere Zeit kein GPS-Signal vorhanden ist, vermerkt der Dienst die Route als beendet. Damit werden die Wege leichter ersichtlich, die der Gerätebesitzer beschritten hat. Zu einer Strecke gibt es kaum Detailinformation. Es ist zu einer Strecke nur ersichtlich, zu welcher Uhrzeit eine Überwachung gestartet und beendet wurde. Wie lang die Fahrt dauerte, muss der Nutzer selbst ausrechnen. Beim Ausprobieren machte sich negativ bemerkbar, dass nach einer Trackaufzeichnungsdauer von nicht einmal zwei Stunden verteilt auf drei Tracks erst der Gerätespeicher geleert werden musste, damit wieder neue Tracks aufgezeichnet wurden.

In dem Dienst kann ein sogenanntes Geofence bestimmt werden. Damit wird ein Areal für eine gezielte Überwachung festgelegt. Der Überwacher kann bestimmen, dass er per SMS informiert wird, wenn das Gerät dieses Areal betritt oder verlässt. Die Geofences können derzeit nur rechteckig sein, so dass keine Kreisbereiche bestimmt werden können.

Wer mit der Mambo 2 Personal Edition unterwegs in eine Notlage gerät, muss lediglich einen Knopf einige Sekunden drücken, um einen Alarm auszulösen. Damit dieser nicht versehentlich losgeht, gibt es einen 10-Sekunden-Countdown. In dieser Zeit kann der Alarm mit einem weiteren Knopfdruck angehalten werden. Wenn der Nutzer nicht eingreift, erscheint wenige Sekunden später im Miavojo-Dienst der betreffende Alarm mit Positionsangabe. Dieser kann aber auch als SMS oder Anruf zu einer bestimmten Rufnummer weitergeleitet werden. Eine solche SMS enthält einen Google-Maps-Link, um die Position des Alarms auch unterwegs ohne Zugriff auf den Miavojo-Dienst sehen zu können, sofern das verwendete Mobiltelefon mit einem passenden Browser ausgestattet ist.

Die Personal Edition des Mambo 2 wurde bewusst nur mit rudimentären Funktionen bestückt. Damit will der Hersteller eine einfache Bedienung erreichen und eine missbräuchliche Nutzung verhindern. Das Gerät besitzt nur drei Knöpfe, die zum Teil mit verschiedenen Funktionen belegt sind. Dadurch wird die Bedienung vor allem für ältere Menschen nicht gerade einfacher. Verwirrung könnte auch der 5-Wege-Navigator bringen, der immer nur eine Funktion kennt, ganz gleich, in welche Richtung man ihn bewegt. Hier erweist es sich als negativ, dass das Gerät mit veränderter Bedienung und anderen Funktionen auch für andere Kundenschichten angeboten wird. Lediglich die Firmware ist dann verändert.

Die Handyfunktionen wurden beschnitten, um eine missbräuchliche Nutzung auszuschließen. Das Konzept sieht vor, dass alle Einstellungen am Gerät nur über den kennwortgeschützten Miavojo-Dienst vorgenommen werden können. Der Gerätenutzer selbst kann keine Einstellungen verändern. Aber auch über den Miavojo-Dienst halten sich die Konfigurationsmöglichkeiten in Grenzen. So können weder Alarm- noch Klingeltöne verändert werden. Nicht einmal die Lautstärke von Signaltönen lässt sich konfigurieren.

So lassen sich Telefonnummern nur über den Miavojo-Dienst in das Telefonbuch des Geräts eintragen. Dadurch stehen nur voreingestellte Telefonnummern auf dem Gerät bereit. Damit kann es nur zum Anrufen der vorgegebenen Nummern genutzt werden. Auch die Einträge auf der SIM-Karte werden aus diesem Grund ignoriert. Da sich aber die SIM-Karte aus dem Mobiltelefon ohne Aufwand entfernen lässt, ist es kein sonderlich wirksamer Schutz davor. Wird die SIM-Karte in ein anderes Handy gesteckt, können darüber dann beliebige Telefonate geführt werden.

Mit dem Mambo 2 Personal Edition können auch SMS empfangen sowie versendet werden und es lassen sich spezielle Textbotschaften via GPRS übermitteln, die der Überwacher über die Miavojo-Seite sendet respektive empfängt. Weil das Gerät keine Tastatur besitzt, gibt es immerhin vier Antwortvorlagen, die aber nur für eine einsilbige Kommunikation taugen. Immerhin können Textanfragen so recht bequem vom Gerätenutzer beantwortet werden.

Denn bei der Geräteentwicklung wurde auf ein möglichst kompaktes Gehäuse gesetzt, so dass der Platz für eine Tastatur nicht vorhanden war. Das Gehäuse ist spritzwassergeschützt und stoßfest. Als ungewöhnlich fiel auf, dass sich die Tasten am Gerät nicht sperren lassen. Dadurch kann es passieren, dass Anrufe getätigt werden, weil das Gerät etwa im Schulranzen hin und her fliegt oder einfach in der Tasche ungewollt eine Taste betätigt wird.

Standardmäßig arbeitet das Gerät im Trackingmodus und sendet alle 20 Sekunden GPS-Signale per GPRS an den Miavojo-Server. Damit verspricht der Hersteller eine Akkulaufzeit von rund 12 Stunden. Noch längere Akkulaufzeiten gibt es, wenn das GPS-Signal im Schlafmodus nur alle 5 Minuten per GPRS übermittelt wird. Dann ist eine Echtzeitüberwachung weniger gut möglich, aber das Nachverfolgen einer Route sollte damit ohne Probleme funktionieren. Der Hersteller machte keine Angaben dazu, wie lange der Akku im Schlafmodus durchhält. In beiden Modi wird die GPS-Position auf dem Gerät selbst alle 5 Sekunden gespeichert.

Der Anschluss zum Laden des Akkus befindet sich unter einer Schutzlasche, die sich nur sehr schwer öffnen lässt. Damit ist der Anschluss zwar vor Spritzwasser geschützt, aber weil das Gerät bei normalem Einsatz einmal täglich an die Steckdose muss, ist es störend, die Abdeckung jedesmal mühsam zu öffnen. Außerdem stellt sich die Frage, wie lange der Verschlussmechanismus das durchsteht, ohne kaputtzugehen. Das Problem hat auch der Hersteller erkannt und legt eine alternative Schutzlasche bei, die den USB-Anschluss frei lässt. Damit ist das Gerät dann aber nicht mehr vor Spritzwasser geschützt.

Der GPS-Tracker Mambo 2 Personal Edition ist zum Preis von 300 Euro online zu haben. Im stationären Handel gibt es das Gerät vorerst nicht. Im Preis enthalten sind ein Netzteil, ein USB-Ladekabel, eine Dockingstation sowie eine Nutzung des Miavojo-Dienstes für zwei Jahre. Nach Ablauf dieser zwei Jahre kann der Dienst für 30 Euro pro Jahr weiter genutzt werden. Mit einem Miavojo-Konto lassen sich bis zu fünf Geräte verwalten.  (ip)


© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/