Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0908/69046.html    Veröffentlicht: 13.08.2009 17:02    Kurz-URL: https://glm.io/69046

E-Books: Sony setzt voll aufs EPUB-Format

E-Book-Reader und E-Book-Shop sollen offen sein

Während Amazon beim Kindle auf eine geschlossene Infrastruktur setzt, will Sony bei seinen E-Book-Readern und dem eigenen E-Book-Shop voll auf den Standard EPub setzen. Das komplette E-Book-Angebot in Sonys eBook Store soll bis zum Jahresende auf EPUB umgestellt werden.

Sony unterstützt das EPUB-Format mittlerweile mit seinen eigenen E-Book-Readern PRS-505 und PRS-700, erfordert aber eine Übertragung mittels der Verwaltungssoftware Adobe Digital Editions. Eine Updatemöglichkeit für die Nutzer des ersten Sony-E-Book-Reader PRS-500 soll noch folgen. Die neu angekündigten Geräte Reader PRS-300 Pocket Edition und Reader PRS-600 Touch Edition sollen das EPUB-Format von Hause aus lesen können.

Sony war zwar laut eigener Aussagen der erste Hersteller, dessen E-Book-Reader auch das EPUB-Format beherrschen, ist aber längst nicht mehr der einzige. Das Cybook Gen 3 beispielsweise liest auch EPUB-Bücher, der für den Oktober 2009 angekündigte Txtr Reader und der für 2010 erwartete große E-Book-Reader von Plastic Logic ebenfalls.

Das XML-basierte EPUB-Format wurde 2007 vom International Digital Publishing Forum (IDPF) ins Leben gerufen, um digitale Bücher und sonstige Publikationen zu veröffentlichen, die sich durch freies Fließen des Textes mit verschiedenen Bildschirm- und Schriftgrößen lesen lassen. EPUB ermöglicht dazu auch einen DRM-Schutz und kann Bilder sowie Flash-Animationen integrieren.

Eine Welt voll proprietärer Formate und DRMs schaffe abgeschottete Systeme und behindere das Marktwachstum, so Steve Haber, Präsident von Sonys Digital Reading Business Division. Er kritisiert damit vor allem Amazon. Der Onlineversandhändler ist zumindest in den USA E-Book-Marktführer, bindet seine Kindle-Geräte aber eng an den eigenen Shop und unterstützt das EPUB-Format bisher nicht. Seitens der Free Software Foundation (FSF) ist Amazon derzeit zusätzlich in der Kritik, weil das Unternehmen aus der Ferne längst gekaufte Bücher löschen kann - etwas, das laut Amazon-Chef Jeff Bezos so aber nicht mehr vorkommen soll.

"Kunden sollten sich nicht darum sorgen, welche Geräten mit welchem Shop funktionieren. Mit einem allgemeinen Format und einem gemeinsamen Schutz für die Inhalte (DRM) werden sie in der Lage sein, die Inhalte unabhängig vom Ort oder dem eingesetzten Gerät zu kaufen", so Haber weiter. Das soll bis zum Jahresende auch bei Sonys E-Book-Shop der Fall sein. Zudem will das Unternehmen eng mit Büchereien zusammenarbeiten, um den EBOOK-Verleih zu unterstützen.  (ck)


Verwandte Artikel:
Die taz will auf E-Book-Reader   
(29.05.2009, https://glm.io/67454 )
Perry Rhodan als E-Book - Jubiläumsausgabe kostenlos   
(17.07.2009, https://glm.io/68436 )
Sony unterstützt E-Books im EPUB- und Adobe-Format   
(04.08.2008, https://glm.io/61513 )
E-Book-Reader: Update macht Tolino-Geräte unbrauchbar   
(05.03.2018, https://glm.io/133134 )
Tolino Epos: Wasserdichter E-Book-Reader mit 7,8-Zoll-Display   
(11.10.2017, https://glm.io/130561 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/