Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0908/68846.html    Veröffentlicht: 05.08.2009 14:12    Kurz-URL: https://glm.io/68846

Winbond: DRAM-Ausstieg und Interesse an Qimondas GDDR

Ausstieg aus der DRAM-Produktion 2010 geplant

Nach Elpida Memory hat nun auch Winbond Electronics Verkaufsverhandlungen über GDDR-Technology von Qimonda aufgenommen. Der taiwanische Halbleiterhersteller möchte sich aus dem verlustreichen DRAM-Geschäft ganz verabschieden.

Der taiwanische Halbleiterhersteller Winbond Electronics hat Interesse an Qimondas Grafikspeichersparte und will sich zugleich aus dem DRAM-Geschäft verabschieden. Das gab Winbond-President Tung-Yi Chan bekannt. Winbond war bislang Qimondas Auftragsfertiger für GDDR-Arbeitsspeicher (Graphics Double Data Rate).

Den Anteil von DRAM am Gesamtumsatz will Winbond im kommenden Jahr auf 10 Prozent senken und perspektivisch ganz aus dem Segment aussteigen. Wenn es gelingt, die GDDR-Technology von Qimonda zu lizenzieren, will das Unternehmen den Bereich zu einem seiner Schwerpunkte machen. Winbond habe es auf Qimondas GDDR-Produktdesign und die Technologie abgesehen, um Graphics DRAMs für Desktops, Notebooks und Spielekonsolen anbieten zu können. Der Aufsichtsrat der Firma wolle Qimonda ein Angebot vorlegen, gab Winbond bekannt.

Durch eine Lizenzierung von Qimondas Buried-Wordline-Technologie will Winbond seine 12-Zoll-Produktkapazität verstärkt auf GDDR3 und GDDR5 zuschneiden, sagte Chan laut einem Bericht der Digitimes. Der Hersteller berichtete heute einen Nettoverlust von 2,75 Milliarden Neuen Taiwan Dollar (58,2 Millionen Euro) für das zweite Quartal, nach einem Verlust von 110,5 Milliarden Neuen Taiwan Dollar ( Euro) im ersten Quartal.

Auch der japanische Speicherhersteller Elpida Memory will den GDDR-Unternehmensbereich des bankrotten Konkurrenten Qimonda kaufen. Geplant sei, 45 Qimonda-Entwickler anzustellen und ein neues Designcenter für Grafikspeicher in München zu eröffnen. Elpida hat die Gespräche mit den Qimonda-Insolvenzverwaltern und -Kreditgebern bestätigt.

Die Qimonda-Chipfabrik in Dresden mit früher 3.900 Beschäftigten wird bis Jahresende stillgelegt. Das Büro des Insolvenzverwalters Michael Jaffé hat Golem.de bestätigt, dass die Gespräche über den Verkauf des GDDR-Geschäfts "schon sehr weit gediehen" seien.  (asa)


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