Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0907/68497.html    Veröffentlicht: 21.07.2009 14:18    Kurz-URL: https://glm.io/68497

Stromtanken ohne Strippe

Nissan entwickelt kabelloses Ladegerät für Elektroautos

Nissan stellt im August ein neues Elektroauto vor. Es soll nicht mehr über Kabel mit einer Ladestation verbunden werden, sondern per magnetischer Induktion kabellos geladen werden. Nissan stellt sich vor, dass die drahtlosen Ladegeräte in Zukunft auch in die Straße integriert werden.

Der japanische Automobilhersteller Nissan hat ein kabelloses Ladesystem für Elektroautos entwickelt, berichtet die britische Tageszeitung Guardian. Das System ist auf das neue Elektroauto des Herstellers, das Zero Emission Vehicle (Nullemissionsfahrzeug, ZEV) abgestimmt.

Das System nutzt wie andere kabellose Ladesysteme auch magnetische Induktion, um die Akkus von Elektroautos zu laden. Das System verfügt zudem über einen Schnelllademechanismus. Der ermögliche es, einen Autoakku in einer halben Stunde zu 80 Prozent zu laden, sagte Larry Haddad, für die Produktstrategie und -planung bei Nissan Europa zuständig, der Zeitung. Das System könnte beispielsweise auf öffentlichen Parkplätzen oder an Autobahnraststätten aufgebaut werden. Fahrer könnten dann ihre Autos aufladen, "während sie einkaufen oder eine Tasse Tee trinken".

Ladegeräte auch auf Straße

Nissans Idee geht jedoch noch weiter. Das Unternehmen möchte seine Ladegeräte auch in die Straße einbauen. Sie könnten in spezielle Spuren in den Straßenbelag eingelassen werden, so die Vision. Fahrer könnten ihre Autos dann während der Fahrt aufladen. Konkrete Vorstellungen, wie ein solches Straßenladesystem aussehen könnte, hat Nissan jedoch noch nicht.

Am 2. August 2009 will Nissan anlässlich der Eröffnung der neuen Firmenzentrale in Yokohama das ZEV vorstellen. Das wird laut Hersteller ein fünfsitziges Familienauto mit einer Reichweite von rund 160 km, das etwa 150 km/h schnell ist. Das ZEV soll 2010 in Japan und den USA auf den Markt kommen. Die Europäer müssen sich noch bis 2012 gedulden. Nissan baut bereits mit dem französischen Autohersteller Renault zusammen Elektroautos für den Elektroauto-Provider Better Place.

Nutzer träumen von Drahtlosladegeräten

Drahtlose Ladegeräte sind ein Traum vieler Nutzer, die Ladegeräte für verschiedene mobile Geräte wie MP3-Player, Mobiltelefon, Notebook, PDA oder die Digitalkamera mitnehmen müssen. Ende 2008 haben deshalb mehrere Unternehmen das Wireless Power Consortium gegründet. Ziel ist es, Standards für Drahtlosladegeräte zu entwickeln.

Die Technik der drahtlosen Stromübertragung per elektromagnetischer Induktion wird bereits heute zum Laden einiger Geräte genutzt. Philips etwa bietet Zahnbürsten und Massagegeräte an, die drahtlos geladen werden. Sanyo hat ein drahtloses Ladegerät für die Wii-Fernbedienung im Programm.

Bislang müssen die Autos noch per Kabel mit den Landestationen verbunden werden. Damit es kein Durcheinander wie bei den herkömmlichen Steckern gibt, haben sich Auto- und Elektroindustrie im April 2009 auf europaweite Standards für Kabel, Stecker und Dosen für Elektroautos geeinigt.  (wp)


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