Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0907/68158.html    Veröffentlicht: 03.07.2009 15:40    Kurz-URL: https://glm.io/68158

IT frisst über zehn Prozent des Stroms in Deutschland

Prognosen durch großformatige Fernseher weit übertroffen

Informationstechnologie hat einen Anteil von 10,5 Prozent am gesamten Stromverbrauch in Deutschland, so eine Fraunhofer-Studie. Damit werden bisherige Prognosen übertroffen. Schuld sind vor allem Flachbildschirmfernseher, Computer und daran angeschlossene große Displays.

Der Stromverbrauch durch Informations- und Telekommunikationstechnologie (ITK) in Deutschland lag bereits im Jahr 2007 bei 55,4 Terawattstunden (TWh), und damit deutlich über dem globalen Durchschnitt. Dies entspricht einem Anteil von 10,5 Prozent am gesamten Stromverbrauch in Deutschland. Das ergab eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI), die das Bundeswirtschaftsministerium beauftragt hat. Bis 2020 wird eine Steigerung um 20 Prozent erwartet. Die am 3. Juli 2009 vorgelegte Studie berechnet das Referenzjahr 2007.

Gegenüber früheren Studien liegt der Wert von 55,4 TWh im Jahr 2007 sogar 5 TWh über dem Prognosewert. Dies sei auf die schnellere Marktdurchdringung von großformatigen Fernsehern zurückzuführen, so die Wissenschaftler.

Den größten Anteil am ITK-bedingten Stromverbrauch haben denn auch die Anwendungen in privaten Haushalten mit knapp 60 Prozent. Nach Betriebszuständen entfällt rund 70 Prozent des ITK-Stromverbrauchs der Haushalte auf Gerätenutzung im Normalbetrieb und rund 30 Prozent auf den Standby-Modus. Allein ein Drittel des Stromverbrauchs für ITK in den privaten Haushalten verursachen die Fernseher, ein weiteres Drittel Computer, und deren immer größer werdende Displays, und die Peripheriegeräte. Zu der Steigerung trägt auch die höhere Leistungsaufnahme von (Full-)HD-fähigen TV-Geräten sowie eine weitere Nutzung der alten Röhrenfernseher als Zweitgeräte im Haushalt.

Mit jeweils einem Anteil von rund 3,5 Prozent lag der Stromverbrauch für Router in Haushalten im Jahr 2007 bereits in der gleichen Größenordnung wie der für Schnurlostelefone und Faxgeräte. Mobile Endgeräte wie Handys, Smartphones und Digitalkameras haben nur eine geringe Bedeutung für den Stromverbrauch.

In Unternehmen ist der Stromverbrauch von Servern und Rechenzentren, der im Jahr 2007 rund 9,1 TWh betrug, sehr hoch. Der Strombedarf für den Netzzugang und das Kernnetz (Mobilfunk und Festnetz) lag bei 6,4 TWh.

Nach der Prognose wird der Stromverbrauch für ITK in Deutschland zwischen 2007 und 2020 um 20 Prozent ansteigen, von 55,4 TWh auf 66,7 TWh. In privaten Haushalten wird ein Anstieg um fast 25 Prozent von 33 TWh in 2007 auf knapp 40 TWh erwartet. Der Zuwachs erfolge dabei hauptsächlich durch Television und Computer, während der Verbrauch in den übrigen Bereichen stagniere.  (asa)


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Links zum Artikel:
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI): http://cms.isi.fraunhofer.de/wDefault_1/index.php
Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM): http://www.izm-m.fraunhofer.de/

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